WK: Peinliches Video der Wirtschaftskammer auf Kosten der Miglieder?

Jungwirth an Mahrer: Aus welchen Mitteln wird die Kampagne "Aufeinander schauen" bezahlt? Für wen spricht Dr. Mahrer eigentlich?

Die ÖVP und der Wirtschaftsbund instrumentalisiert wieder einmal die Wirtschaftskammer Österreich um ihre Inhalte zu kampagnisieren. Die Mitglieder der Wirtschaftskammer finanzieren somit mit ihren Pflichtbeiträgen einseitige parteipolitische Inhalte. Dass es in der Wirtschaftskammer Österreich auch andere Meinungen gibt, wird nicht erwähnt.
Sabine Jungwirth

Wien (OTS) - Die von der Wirtschaftskammer unter dem Titel „Wir schauen auf Österreich“ gestartete Kampagne ist an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. „Ein Video, in dem dargestellt wird, dass es allen gut geht, wenn lange Arbeitstage zur Normalität werden und dies zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beiträgt, kann nur als vollkommen realitätsfremd bezeichnet werden“, sagt die Unternehmensberaterin und Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft Sabine Jungwirth. „Dabei erleben wir Unternehmerinnen und Unternehmer tagtäglich, dass die Arbeitsleistung der MitarbeiterInnen bei überlangen Arbeitszeiten drastisch abnimmt. Es macht deshalb schon aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus keinen Sinn auf eine generelle Verlängerung des Arbeitstages zu pochen.“

Zur soebenen gestarteten Kampagne  der Wirtschaftskammer unter dem Titel „Wir schauen auf Österreich“ stellt Sabine Jungwirth 5 Fragen an Dr. Harald Mahrer:

  1. Wie hoch ist das Gesamtbudget für die Kampagne „Wir schauen auf Österreich“  und aus welchen Budgetmitteln wird diese bezahlt?
  2. Wie viel wurde für die Website https://wirschauenaufoesterreich.at/ ausgegeben?
  3. Wie viel hat das Video der Wow Wows „Aufeinander schauen“ gekostet?
  4. Gibt es über die Ausrichtung der Kampagne einen Gremialbeschluss innerhalb der Wirtschaftskammer Österreich? Wenn ja, wann und in welchem Gremium wurde der Beschluss gefasst?
  5. Welche weiteren Inhalte sind in Vorbereitung?

„Die ÖVP und der Wirtschaftsbund instrumentalisiert wieder einmal die Wirtschaftskammer Österreich um ihre Inhalte zu kampagnisieren. Die Mitglieder der Wirtschaftskammer finanzieren somit mit ihren Pflichtbeiträgen einseitige parteipolitische Inhalte. Dass es in der Wirtschaftskammer Österreich auch andere Meinungen gibt, wird nicht erwähnt.“, so Jungwirth verärgert.

Die Grüne Wirtschaft verfolgt das Konzept einer Jahresarbeitszeitregelung mit einer durchschnittlichen 35-Stundenwoche. In klar eingegrenzten Zeiträumen sollte es möglich sein die Tagesarbeitzeit auf bis zu 12 Stunden pro Woche auszudehnen, jedoch sollte dies in den Branchenkollektivverträgen geregelt werden. So hat z.B. der Handel in der Vorweihnachtszeit, die Kreativwirtschaft bei einer Wettbewerbsabgabe oder der Tourismus in Ferienzeiten die Anforderung nach der Abdeckung von Spitzenbelastungen. Der Kollektivvertrag ist daher der richtige Ort, wo die Ausnahmen bei Mehrarbeit geregelt werden sollten. Als ständige Inanspruchnahme der Arbeitskraft von DienstnehmerInnen stellt der 12-Stundentag für die Grünen Wirtschaft jedoch keine geeignete Maßnahme dar. „Es gibt unzählige Studien, die deutlich machen, dass überlange Arbeitstage auf Dauer der Gesundheit schaden. Es kann nicht im Interesse von Unternehmen sein, die Ausgaben für das Gesundheitssystem in die Höhe zu treiben durch unverantwortliches Handeln.“, so Sabine Jungwirth abschließend.

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