Karas: Kleine Banken entlasten, ohne Sicherheit zu senken

"Wir wollen, dass es weiterhin kleine Banken in Österreich und Europa gibt" / Bankenregulierungspaket wird unter Österreichs EU-Vorsitz verhandelt

Brüssel (OTS) - "Wir wollen kleine Banken administrativ entlasten, ohne das Sicherungsniveau zu senken oder die Kapitalanforderungen zu verwässern", sagt der Europaabgeordnete Othmar Karas zur Überarbeitung der Eigenkapitalvorschriften für europäische Banken. Über die stimmt der Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments heute Nachmittag ab. Karas ist Verhandlungsführer der Europäischen Volkspartei (EVP) für das Bankenregulierungspaket, das einen wichtigen Baustein zur Vollendung der Bankenunion darstellt.

"Nicht jede Regel muss für jede Bank im selben Ausmaß gelten. Auflagen, Regulierungen und Bürokratie müssen im Verhältnis zu Größe, Risiko und Komplexität der Bank stehen. Kleinere Banken haben übermäßig viel Aufwand mit ihren Berichts- und Offenlegungspflichten. Bei manchen sind die Regulierungskosten so stark gestiegen, dass sie es nicht mehr schaffen“, sagt Karas. "Das Europaparlament geht bei den Erleichterungen weiter als die Kommission und findet mit einer neuen Kapitalberechnung bei Software-Investitionen eine Antwort auf die Digitalisierung. Wir wollen, dass es weiterhin kleine Banken in Österreich und Europa gibt." Dazu seien detaillierte Schwellenwerte und Abgrenzungen zu international tätigen Großbanken nötig.

"Kleinere und regionale Banken sind inlandorientierter, haben vor allem Kleinsparer, Familienunternehmen und KMU als Kunden und weisen andere Risikoprofile und Verflechtungen mit der Wirtschaft auf. Daher muss stärker zwischen der kleinen 'Bank im Ort' und dem riesigen, 'global tätigen Institut' unterschieden werden", so Karas.

Die heutige Abstimmung im Europaparlament ist Ausgangspunkt der politischen Verhandlungen mit den Finanzministern der EU-Mitgliedstaaten, die unter Österreichs EU-Vorsitz im zweiten Halbjahr dieses Jahres geführt werden. Die geplanten administrativen Vereinfachungen würden voraussichtlich mehr als 90 Prozent der österreichischen Banken betreffen.

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