Nationalrat – Hammerschmid „Schulen nach sozioökonomischen Bedürfnissen finanzieren“

Chancen für benachteiligte Kinder erhöhen statt Bildungsvererbung einzementieren

Wien (OTS/SK) - „Die Finanzierung einzelner Schulstandorte hat sich bislang im Wesentlichen an der Anzahl der Schülerinnen und Schüler orientiert. Das sagt jedoch wenig über die tatsächlichen Bedürfnisse und den sich daraus ergebenden Bedarf aus“, sagte die Bildungssprecherin der SPÖ, Sonja Hammerschmid, am Donnerstag im Nationalrat. Hammerschmid zeigte sich überzeugt, „dass eine Mittelverteilung nach bestimmten sozialen Kriterien Sinn macht, da es der Bildungsvererbung entgegenwirkt und benachteiligten Kindern bessere Chancen eröffnet“. ****

Hammerschmid unterstützt den von den NEOS eingebrachten Antrag, der die Ermöglichung eines Chancen- und Innovationspakets für die österreichischen Schulen vorsieht und erinnert daran, dass im Rahmen des Schulautonomiepakets, das 2017 verabschiedet wurde, ein Chancenindex implementiert wurde. Dieser bezieht neben der Zahl der SchülerInnen auch das Bildungsangebot, den sozioökonomischen Hintergrund der Eltern und den Förderbedarf der SchülerInnen ein und berücksichtig die im Alltag gebrauchte Sprache sowie regionale Bedürfnisse. Was es ferner noch brauche, so Hammerschmid, „ist eine Verordnung zur konkreten Ausgestaltung. Herr Bundesminister, ich ersuche sie inständig sich dem anzunehmen und hier umzusetzen“, richtete sich Hammerschmid an Bildungsminister Faßmann.

„Falls es noch Überzeugungsarbeit braucht, dann möchte ich Ihnen das Programm ‚Pupil Premium‘ aus England ans Herz legen, das bemerkenswerterweise 2013 unter dem konservativen Premierminister David Cameron eingeführt wurde“, führt Hammerschmid aus.

In England seien ganztägige Schulen der Standard, wo Kinder und Jugendliche aus besonders benachteiligten Verhältnissen seit längerem freies Schulessen erhalten. „Aufgrund dieser bekannten Daten konnte man klar definieren, welche Schulen besonders viele Kinder mit schwierigem sozioökonomischen Hintergrund aufweisen.“, sagt Hammerschmid. „Manche Schulen haben bis zu 62% mehr Ressourcen erhalten. Hier zählt vor allem der Autonomiegedanke, denn die Direktorinnen und Direktoren, die ganz genau wissen, was es an ihrer Schule braucht, können damit sehr zielgerichtet die richtigen Maßnahmen ergreifen“, so die Bildungssprecherin der SPÖ.

Ebenfalls in England wurde 2003 das Programm „London Challenge“ gestartet. Anlass war das schlechte Abschneiden der Sekundarschulen in London, gepaart mit vielfältigen Themen wie Drogenproblemen, Gewalt und Mobbing. „Den sogenannten Brennpunktschulen wurden BeraterInnen zugeteilt, intensive Nachqualifizierung der Lehrkräfte sind erfolgt und motivierte LehrerInnen wurden an die Schulen geholt“, sagt Hammerschmid, die die Vernetzung der SchulleiterInnen von besonders erfolgreichen Schulen mit denen aus nicht erfolgreichen Schulen hervorhebt. Außerdem habe man die Lehrerinnen und Lehrer an diesen Schulen besser bezahlt, was bereits nach fünf Jahren Fortschritte gebracht habe, die man sich zu Beginn nicht erwartet hätte.

„Solche Beispiele sollten uns Vorbild sein“, richtet sich Hammerschmid abermals an Faßmann: „Herr Bundesminister, sie sehen, es zahlt sich aus. Geld, das man hier gezielt einsetzt, ist eine Investition in die Zukunft von Kindern und Jugendlichen. ‚Chance‘ ist in diesem Zusammenhang kein leeres Wort“, so Hammerschmid. (Schluss) mr/ls/mp

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