„Universum History“ über „Die Geburt Europas – Die Römischen Verträge“

Wien (OTS) - Im März 1957 unterzeichneten die politischen Vertreter von Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland, Italien und der Benelux-Staaten in Rom die sogenannten „Römischen Verträge“ zur Gründung der EWG, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Dieser Moment gilt als Geburtsstunde der Europäischen Union. Damit setzten sie den Grundstein für ein Europa, wie wir es heute kennen. Bevor Österreich im zweiten Halbjahr 2018 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, beleuchtet die „Universum History“-Dokumentation „Die Geburt Europas – Die Römischen Verträge“ von Martin Fraudreau (deutsche Bearbeitung: Edith Stohl) am Freitag, dem 15. Juni 2018, um 22.35 Uhr in ORF 2 noch einmal jene Verhandlungen, die das Schicksal Europas maßgeblich beeinflussten.

Die Hintergründe der Verhandlungen zwischen den sechs Gründerstaaten waren bis dato durch Geheimhaltungspflicht geschützt. Nun wurden sie enthüllt und bringen erstaunliche Erkenntnisse. Abseits offizieller Reden und Prunksäle verhandelten überzeugte Europäer wie Bundeskanzler Konrad Adenauer, für den sich Deutschland dem Einfluss Russlands nur entziehen konnte, indem es sich an Europa band. Visionäre wie der Franzose Jean Monnet, die künftige Herausforderungen wie die Globalisierung vorwegzunehmen suchten. Und Strategen wie der Luxemburger Joseph Bech. Die Politiker scheinen hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, an dem gemeinsamen Projekt mitzuwirken, und der Pflicht, ihrem Land zu dienen. Die geheimen Verhandlungen dieser engagierten Politiker machen deutlich, dass die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ein bedeutender politischer Akt des 20. Jahrhunderts war – als einziger fähig, einem Kontinent den Frieden zu schenken.

Auch damals schon war das Ringen um Kompromisse scheinbar endlos. Der Einmarsch der sowjetischen Truppen in Ungarn 1956 dürfte den Willen zum Gemeinsamen gestärkt haben. Und es gab bereits die Idee einer gemeinsamen Finanz- und Verteidigungspolitik.

Der Schriftsteller Grégoire Polet und der Regisseur Martin Fraudreau haben auf Grundlage der nun zugänglichen Dokumente eine Fiktion ersonnen, in denen sie die von 1950 bis 1957 währenden Verhandlungen nacherzählen. Ihre auf zahlreiches Archivmaterial gestützte Reise führt von Rom und Paris über die Niederlande, Luxemburg und Deutschland bis nach Brüssel.

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