Nationalrat – Hammerschmid: „Einbeziehung der Jahresnoten wäre überlegenswerte Weiterentwicklung bei Zentralmatura“

„Jedes Jahr schauen, ob Nachjustierungen und Verbesserungen notwendig sind“

Wien (OTS/SK) - Auf die wesentlichen Ziele und Handlungsanleitungen, warum man im Schuljahr 2015/16 erstmals an allen AHS und BHS in Österreich die standardisierte Reife- und Diplomprüfung vulgo „Zentralmatura“ eingeführt hat, wies SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid in ihrer Rede zur Dringlichen Anfrage der NEOS im Nationalrat hin: „Es geht um Fairness, Transparenz, Objektivität, Vergleichbarkeit und um die Überprüfung der Grundkompetenzen in den Fächern Mathematik, Deutsch und lebende Fremdsprachen. Jene Grundkompetenzen, die in den Lehrplänen als unverzichtbare Lernziele definiert werden und angepasst an die jeweiligen Schultypen. Also zugeschnitten auf AHS oder die unterschiedlichen Formen der BHS.“ Das Projekt sei noch jung und eine große Systemänderung, „da muss man jedes Jahr aufs Neue hinschauen, ob es passt und ob Verbesserungen und Nachjustierungen notwendig sind, anstatt sofort an dem gerade eingeführten System zu rütteln“, fordert Hammerschmid. ****

Hammerschmid räumte mit dem „Mythos“ auf, dass die Fragen im stillen Kämmerlein im Ministerium erstellt werden: „Das stimmt nicht“. Es sind 180 speziell dafür ausgebildete LehrerInnen aller Schulformen dafür. In die Qualitätssicherung seien darüber hinaus zahlreiche ExpertInnen des jeweiligen Faches, der Didaktik, Testtheorie sowie aller Schulebenen eingebunden. Erstellte Fragen werden in Feldtestungen auf Verständlichkeit, Machbarkeit überprüft. „Das heißt tausende Schülerinnen und Schüler aus diversen Schulen werden einbezogen, und es dürfen nur jene Fragen in den Fragenpool aufgenommen werden, die alle Kriterien erfüllen“, erklärte die frühere Bildungsministerin.

Wenn man über die Grenzen schaut, ist es so, dass inzwischen fast ganz Europa auf eine schriftliche Zentralmatura umgestellt hat, in unterschiedlichen Ausformungen. Als Beispiel nannte Hammerschmid Frankreich, wo es auch mündlich nur zentral erarbeitete Fragen gibt und extern benotet wird, und als zweites Beispiel Finnland, wo es nur einen zentral gestellten schriftlichen Teil gibt. „Das erste, was ich - als ich 2016 ins Amt gekommen bin - gemacht habe, war, die Ergebnisse in die Schulentwicklung einfließen zu lassen“, so Hammerschmid.

Abschließend wies die SPÖ-Bildungssprecherin auf eine Verbesserungsmöglichkeit und Weiterentwicklung der Zentralmatura hin: „Ich denke, dass die Einbeziehung der Jahresnoten in die Gesamtbewertung überlegenswert wäre. Hier gibt es ausländische Vorbilder dafür, etwa in Bayern. Dort werden Jahresnoten von vier Semestern in die Bewertung zur Matura miteinbezogen. Damit könnte die punktuelle Tagesverfassungen ein Stück weit ausgeglichen werden.“ Das könnte ein Weg für eine neue Dynamik bei der Zentralmatura sein, so Hammerschmid abschließend. (Schluss) sl 

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