Nationalrat – Wimmer: Sonderbericht der Volksanwaltschaft ist „wichtige Grundlage, Kinderrechte zu schützen“

Friedl fordert Gesamtkonzept gegen Übergewicht von Kindern

Wien (OTS) - „Gewaltprävention und sozialpädagogische Konzepte sollten in allen Bundesländern Bewilligungsvoraussetzung für sozialpädagogische Einrichtungen für Kinder und Jugendliche sein“, sagte die Abgeordnete der SPÖ, Petra Wimmer, am Mittwoch im Nationalrat. Häufige Personalwechsel und nichtbesetzte Dienststellen sowie unzureichende Ausbildung neuer MitarbeiterInnen stellen laut Wimmer Probleme dar, die sich zulasten der Kinder in Wohneinrichtungen auswirken. **** 

Der Sonderbericht der Volksanwaltschaft, „Kinder und ihre Rechte in öffentlichen Einrichtungen“, stellt für Wimmer „eine wichtige Grundlage dafür dar, Missstände aufzuarbeiten und Kinderrechte zu schützen“. Wimmer wisse aus eigener beruflicher Erfahrung, „wie schwierig und belastend Lebensumstände für Kinder sein können, vor allem, wenn Gewalt in der Familie oder psychische Erkrankungen das Leben prägen“. Umso wichtiger ist es für Wimmer, dass Minderjährige, die in Wohneinrichtungen untergebracht werden, „deutlich verbesserte Aufenthaltsbedingungen als in den vergangenen Jahrzehnten vorfinden, wie die Volksanwaltschaft in ihrem Bericht hervorhebt“.  

Wimmer fordert die Regierung auf, für ausreichende Finanzierung, bundeseinheitliche Standards betreffend Personalschlüssel und der Ausbildung beim Betreuungspersonal zu sorgen: „In ganz Österreich fehlen flächendeckend sozialtherapeutische und sozialpsychiatrische Angebote“, so Wimmer, die es als „untragbar“ bezeichnet, „dass die Republik die Kinder einfach ihrem Schicksal überlässt. Die Folgeschäden sind später nur schwer oder gar nicht mehr zu beheben.“ 

Vor den Spätfolgen warnte auch die Abgeordnete der SPÖ, Klaudia Friedl, die sich ihrem Redebeitrag der steigenden Anzahl von adipösen Kindern und Jugendlichen widmete – ebenfalls ein Themenbereich des Berichts der Volksanwaltschaft. Dass von den acht bis zehnjährigen jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen übergewichtig ist und davon zehn Prozent fettleibig sind, bezeichnete Friedl als „erschreckend“. „Kinder bewegen sich zu wenig, essen zu fett und zu süß und vor allem zu viel Fast Food“, sagte Friedl, was dazu führe, dass „mittlerweile jeder zweite Erwachsene übergewichtig ist“. Um diese Volkskrankheit effektiv bekämpfen zu können, fordert Friedl von der Bundesregierung ein Gesamtkonzept: „Das beginnt bei den Kleinsten im Kindergarten und den Schulen, inkludiert gesunde Jausen, eine tägliche Turnstunde auch über 2019 hinaus und mehr Aufklärung und Bildungsmaßnahmen zum Thema gesunde Ernährung.“, so die Abgeordnete. „Wir alle haben Verantwortung, jetzt dafür zu sorgen, eine gesunde Lebensweise für alle zu fördern“, sagt Friedl. (Schluss) ls

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