NÖ Landwirtschaft: Arbeitsplatzsituation bleibt trotz Bemühungen angespannt

Jobbörsen brachten keinen Erfolg - Schultes: Nun ist die Politik gefordert

Wien (OTS) - Das Arbeitsmarktservice (AMS) und die Landwirtschaftskammer (LK) Niederösterreich führten Ende Mai sogenannte Jobbörsen in Tullnerfeld, Gänserndorf und St. Pölten durch. Ziel war es, Saisonarbeitskräfte für die Land- und Forstwirtschaft zu gewinnen. Es nahmen insgesamt 30 mögliche Dienstgeber und 350 Arbeitssuchende an den Jobbörsen teil. Das Fazit: Die Bemühungen zeigten kaum Erfolg.

Viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe sind auf den Einsatz und die Verfügbarkeit von Fremdarbeitskräften dringend angewiesen. Das zeigte auch die diesjährige Feldgemüsesaison einmal mehr deutlich auf. In Spitzenzeiten fehlen bis zu 300 Saisonarbeitskräfte in Niederösterreich. Das sorgt bei den Betrieben für großen Druck und vor allem bei Spargel blieb so manche Ernte am Feld stehen. "Bereits zu Beginn der heurigen Feldgemüsesaison entstand großer Druck aufgrund der rasch restlos ausgeschöpften Kontingente für ausländische Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft. Unsere Forderung das Kontingent aufzustocken, wurde vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz abgelehnt.  Bundesministerin Beate Hartinger-Klein verweigerte - entgegen den unter ihrem Vorgänger 2018 gemachten Zusagen - die unterjährige Aufstockung der bestehenden unzureichenden Kontingentplätze", lässt LK-Präsident Hermann Schultes die Ausgangssituation noch einmal Revue passieren.

Ausländische Saisonarbeitskräfte haben keinen Einfluss auf den Ö-Arbeitsmarkt

Kurzfristig riefen das AMS NÖ und die LK NÖ eine Krisensitzung ein und brachten das Projekt "Jobbörse" auf Schiene, wo man landwirtschaftliche Dienstgeber mit Arbeitssuchenden zusammenbrachte. Trotz der großen organisatorischen Anstrengungen des AMS und intensiver Bemühungen aller Beteiligten blieb der Erfolg aber leider aus. Das Ergebnis: Aus dem Personenkreis der arbeitslos Gemeldeten und der Asylberechtigten konnten keine Arbeitskräfte für den kurzfristigen saisonalen Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft gewonnen werden. Die Gründe dafür erklärt Schultes folgendermaßen: "Schauen wir uns den Bezirk Zwettl einmal an. Dort leben zum Beispiel drei Asylberechtigte. Der Großteil lebt in Städten, ist nicht mobil und damit nicht in der Lage Arbeitsplätze bei uns im ländlichen Raum zu erreichen. Einige unserer bäuerlichen Familienbetriebe haben sogar Wohnmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Das wurde von den Betroffenen aufgrund der Familien- oder Wohnsituation abgelehnt." Zusätzlich gibt Schultes auch die Kurzfristigkeit von Beschäftigungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft als Hemmnis an. "Es fehlt eine attraktive Langzeit-Perspektive", so der LK-Präsident.

Das Projekt "Jobbörse" zeigte aber auch auf: Saisonarbeitsplätze können mit Arbeitssuchenden in Österreich nicht abgedeckt werden. Damit hat eine Anhebung der Kontingente für ausländische saisonale Arbeitskräfte in der Land- und Forstwirtschaft keine Auswirkung auf den heimischen Arbeitsmarkt. Vielmehr können Arbeitsplätze mit Saisonarbeitskräften im nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft sogar abgesichert werden.

Nun ist die Politik gefordert

"Nun ist es wichtig, die Kontingente für ausländische Saisonarbeitskräfte rasch anzuheben. Darauf sind unsere land- und forstwirtschaftlichen Betriebe dringend angewiesen. Die Einschränkungen, wenn es um die Anwerbung von Saisonarbeitskräften im Ausland geht, müssen abgebaut werden. Die österreichischen Arbeitgeber haben höhere Bruttolohnkosten als deutsche Betriebe. Bei den Arbeitnehmern bleibt aber deutlich weniger Netto von Brutto weil Gebietskrankenkassen, Landarbeiterkammer und Finanz kräftig zugreifen. Gerade für Arbeitsverhältnisse, die nur für einige Wochen eingegangen werden, ist es unverständlich, dass den ausländischen Arbeitskräften Geld zur Finanzierung unseres Pensionssystems abgenommen wird. In Deutschland können sie dieses Geld mit nach Hause nehmen. Diese Situation ist unfair gegenüber den Arbeitnehmern und den Betrieben", so Schultes. (Schluss)

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