Den Tropenwald im Fokus - Sebastião Salgado im Museum für Naturkunde in Berlin

Frankfurt am Main (ots) -


- Fotografie und Podiumsdiskussion: Sebastião Salgados Einsatz für
die Aufforstung des Regenwaldes in Brasilien - neue Ansätze des
Wissensaustauschs
- KfW und WWF unterstützen Brasilien bei der Wiederaufforstung
von 12 Mio. Hektar
- Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und Erhalt von 1,5 Mio. Arten

Im Rahmen einer von WWF und KfW organisierten Podiumsdiskussion im Museum für Naturkunde in Berlin hat Sebastião Salgado, einer der angesehensten Fotografen der Welt, sein Engagement für die Wiederaufforstung in Brasilien vorgestellt. Die Veranstaltung stellt einen weiteren Schritt hin zu einem engeren Wissensaustausch des von Sebastião Salgado und seiner Frau Lélia Deluiz Wanick gegründeten Instituto Terra, dem WWF und der KfW dar. Alle drei Organisationen engagieren sich in Brasilien für den Tropenwaldschutz und unterstützen das Land bei dem Ziel, insgesamt 12 Mio. Hektar degradierte Wälder wieder aufzuforsten, was mehr als einem Drittel der Fläche Deutschlands entspricht. Insgesamt beläuft sich das Portfolio der KfW für den Tropenwaldschutz in Brasilien auf über 500 Mio. EUR. Der WWF setzt in Südamerikas größtem Land aktuell 81 Projekte zum Schutz des Amazonas und anderer Ökosysteme um, aber auch zur Verbesserung der Lebensbedingungen von 400.000 Familien im ländlichen
Raum.

Bisher lag der Fokus vor allem auf dem Schutz bestehender Wälder, beispielsweise durch den Amazonienfonds zur Unterstützung eines nachhaltigen Waldmanagements, der Ausweisung regionaler Schutzzonen und dem Aufbau eines ländlichen Umweltkatasters. Jetzt sieht die KfW - im Auftrag der Bundesregierung - als erster Financier vor, ein großvolumiges Darlehen in Höhe von 100 Mio. EUR für die Wiederaufforstung des atlantischen Küstenwaldes, des Amazonas sowie des Cerrado, einem Savannengebiet in Zentralbrasilien, bereitzustellen. In den kommenden Jahren sollen dadurch 100.000 Hektar Tropenwald wiederhergestellt werden. Im Zuge der Aufforstung entstehen naturnahe Waldtypen in Zusammenarbeit mit kleinen, mittleren und großen Landeigentümern. Diese Zusage an Brasilien kann als Teil der von der Bundesregierung unterstützten sogenannten "Bonn Challenge" verstanden werden, in deren Rahmen sich Länder und private Initiativen bislang dazu verpflichtet haben, weltweit 160 Mio.
Hektar wiederaufzuforsten.

Sebastião Salgado sagt: "Mit jedem Baum, der verschwindet, verliert die Welt ein Stück ihrer Seele. Der brasilianische Küsten-Regenwald gehört zu den bedrohtesten Ökosystemen überhaupt. Viel wurde schon zerstört und wir haben die Pflicht der Natur zu helfen sich zu regenerieren. Die Wälder zu erhalten ist eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit und ich bin glücklich, einen Beitrag zu leisten."

Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Maria Flachsbarth sagt: "Die Wälder sind die Lunge des Planeten - wenn sie verschwinden, bleibt uns buchstäblich die Luft weg. Wälder bedeuten zugleich für Millionen Menschen weltweit ihre Lebensgrundlage, sie leben mit und von ihrem Wald. Den Wald nachhaltig zu nutzen, ohne ihn zu zerstören, genau das ist das Ziel - und diese Balance möchten wir bewahren und fördern. Und jeder neu gepflanzte Baum ist eine Investition in die Zukunft unserer Umwelt - und unserer Kinder."

Parlamentarischen Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums Rita Schwarzelühr-Sutter sagt: "Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist eine Klimaanlage für unseren Planeten. Die Fotografien von Herrn Salgado zeigen das sehr eindrucksvoll. Unsere globale Verantwortung ist es, dafür zu sorgen, dass das sensible Gleichgewicht im Amazonas nicht noch mehr gestört wird. Das Bundesumweltministerium setzt sich dafür ein, dass wir die Entwaldung stoppen, Wälder wiederaufbauen, Urwälder schützen und eine ökologisch und sozial nachhaltige Waldbewirtschaftung etablieren. Das Zusammenrücken von Verbänden, staatlichen Stellen und Förderern über Grenzen hinweg ist hierbei ein ausgesprochen positives Signal."

Dr. Dr. Maritta Koch-Weser, stellv. Vorsitzende des Stiftungsrats des WWF, sagt: "Der Schutz der Wälder, der Artenvielfalt und der Flüsse gehen Hand in Hand. Nirgendwo sonst gilt das so sehr wie in den Tropen. Mit der fortschreitenden Zerstörung müssen wir stärker daran arbeiten, bereits verschwundene Wälder wiederherzustellen. Herr Salgado zeigt mit seinem eindrucksvollen Einsatz, wie das möglich ist."

Prof. Dr. Joachim Nagel, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe, sagt: "Der Schutz des Tropenwaldes bleibt weiterhin unser Anliegen. Mit der Wiederherstellung der tropischen Lebensräume jedoch kann die KfW noch stärker zum Erhalt der enormen Biodiversität beitragen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß verringern, der zu großen Teilen aus der Vernichtung von Waldflächen resultiert."

Der Regenwald Amazoniens beherbergt fast 1,5 Mio. erfasste Tier- und Pflanzenarten. Damit ist Brasilien eines der artenreichsten Länder der Welt - im Vergleich: Deutschland beheimatet etwa 75.000 verschiedene Tiere und Pflanzen. Brasilien bietet somit viele Ansatzpunkte, um die weltweite Biodiversität zu erhalten. In den letzten zehn Jahren sind beachtliche Erfolge bei der Umsetzung internationaler Verpflichtungen erzielt worden. So konnte die Entwaldung im Amazonas zwischen 2004 und
2014 um etwa 80 Prozent gesenkt werden.

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