Schwarzmann zur GAP ab 2021: Mehr EU-Agrarmittel für Ländliche Entwicklung

Bäuerinnen fordern Unterstützung bei Herkunftsauslobung und Hofübergaben

Wien (OTS) - "Jede Kürzung des EU-Agrarbudgets gefährdet die Zukunft unserer bäuerlichen Landwirtschaft in Österreich. Mit weniger Geld können unsere Bäuerinnen und Bauern nicht mehr Leistungen für Umwelt, Tierschutz und Klimaschutz erbringen. Von der Agrarpolitik ab 2021 erwarten wir, dass sie die Bürokratie einschränkt und gleichzeitig die Qualitätsproduktion bäuerlicher Landwirtschaft mit höheren Standards in der pflanzlichen und tierischen Produktion fördert. Gleichzeitig ist der schonende Umgang mit den Ressourcen ausreichend zu unterstützen. Österreichs Bauernfamilien können dieses hohe Niveau der Produktion nur mit einer finanziell ausreichend ausgestatteten Gemeinsamen Agrarpolitik halten", betonte Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen in der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, zum vorliegenden Entwurf der EU-Agrarpolitik 2021 bis 2027.

Weniger Bürokratie und flexiblere Förderungen

Österreich müsse als EU-Mitgliedstaat genug Spielraum haben, den neuen EU-Regeln entsprechend, auf die Bedürfnisse der österreichischen Bauernfamilien besonders einzugehen und die ausufernde Bürokratie wirksam abzubauen. "Das ist eine wichtige Voraussetzung, um eine klein strukturierte Landwirtschaft mit vielen Berggebieten am Leben zu erhalten. Innovative Projekte von Frauen in der Landwirtschaft, die zur Entwicklung der Regionen beitragen, dürfen nicht an einer Fördermindestgrenze scheitern. Hier brauchen wir mehr Spielraum bei der Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Darüber hinaus würden die vorgesehenen Kürzungen im Bereich der Ländlichen Entwicklung generell wichtige Bildungsprojekte speziell für Frauen am Land gefährden", unterstrich Schwarzmann.

"Die neue EU-Agrarpolitik braucht mehr Lenkinstrumente, um Preis- und Marktsprünge zu verhindern und das bäuerliche Einkommen und Konsumentenpreise zu stabilisieren. Auch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sind künftig mehr zu fördern und auszubauen. Mit weniger Geld im EU-Agrarbudget kann das sicher nicht gelingen", stellte Schwarzmann weiter fest.

Hohe Lebensmittelstandards sichern

"Der bäuerliche Familienbetrieb mit der Bäuerin als Partnerin und Unternehmerin wird künftig  attraktiv bleiben, wenn das Berufsbild und die Leistungen der Landwirtschaft auch von Menschen außerhalb gesehen und wertgeschätzt werden. Das öffentliche Geld ist kein Geschenk an die Bäuerinnen und Bauern. Österreichs Bauernfamilien decken den Tisch, pflegen die Landschaft und sichern unsere Lebensgrundlagen in Natur und Umwelt. Es gibt viele Gründe, weswegen Landwirtinnen und Landwirte öffentliche Mittel erhalten. Österreichs Bäuerinnen haben Verständnis für eine schwierige budgetäre Situation auf EU-Ebene. Die Vielfalt der bäuerlichen Landwirtschaft und der Regionen ist zu erhalten. Kürzungen in der Ländlichen Entwicklung, ohne Rücksicht auf nationale Gegebenheiten, lehnen wir daher entschieden ab", unterstrich die Bundesbäuerin abschließend. (Schluss)



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