Live-zeitversetzt aus der Wiener Staatsoper: Neuproduktion „Der Freischütz“ am 14. Juni in ORF 2

Carl Maria von Webers Klassiker mit u. a. Schager, Nylund, Fally, Eröd, Held, Kammerer

Wien (OTS) - Nach 19 Jahren steht erstmals wieder eine Neuproduktion von Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ auf dem Spielplan der Wiener Staatsoper, die gestern (11. Juni) Premiere feierte. Der ORF überträgt die neue Inszenierung von Christian Räth unter der musikalischen Leitung von Tomáš Netopil bereits am Donnerstag, dem 14. Juni 2018, live zeitversetzt um 22.30 Uhr in ORF 2. Für die Bildregie zeichnet Agnes Méth verantwortlich, die insgesamt neun Kameras dirigiert. Angeführt von Shootingstar Andreas Schager als Max geben u. a. Camilla Nylund (Agathe), Daniela Fally (Ännchen), Alan Held (Caspar), Hans Peter Kammerer (Samiel), Adrian Eröd (Ottokar), Clemens Unterreiner (Cuno) und Albert Dohmen (Eremit) ihre Staatsopern-Rollendebüts. Durch den Abend führt Barbara Rett. Ö1 präsentiert eine Aufzeichnung der Oper am Samstag, dem 16. Juni, um 19.30 Uhr.

„,Der Freischütz‘ hat ins Schwarze getroffen!“: Opernerfolg in Serie

Wenige Stücke der Opernliteratur waren in ihrer Rezeptionsgeschichte einem derart häufigen Paradigmenwechsel unterworfen wie Webers romantisches Werk „Der Freischütz“. Einmal verlieh man dem Gespenstischen die Hauptrolle, ein anderes Mal wieder galten das Schicksal oder gar die Natur und der Wald als zentrales Handlungselement. Selbst bei der Einschätzung des Komponisten war man sich nicht sicher und betrachtete ihn sowohl als Schöpfer des „natürlichen Volkston“ und „deutschesten“ aller Komponisten, als auch als Nachfolger der französischen Revolutionsoper.
„,Der Freischütz‘ hat ins Schwarze getroffen“, schrieb Carl Maria von Weber 1821 nach der glanzvollen Berliner Uraufführung der „romantischen Oper in drei Aufzügen“ an seinen Textdichter Johann Friedrich Kind. Er sollte Recht behalten, denn das Werk entwickelte sich schon bald zum Serienerfolg. Unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen entstanden, setzt der Stoff um Versagensangst, brüchige Konventionen und Wald-Spuk bildmächtig eine Fantasiewelt frei, deren Aufgebot an gespenstischen Erscheinungen schlicht beeindruckend ist.

Bisher 477-mal an der Staatsoper gespielt

Am Haus am Ring gab es bisher zehn Produktionen von „Der Freischütz“. Die erste Premiere fand schon wenige Monate nach der Eröffnung der Hofoper – am 1. Jänner 1870 – statt, weitere acht Inszenierungen (davon eine im Volksoperngebäude) folgten bis zur bisher jüngsten Neuinszenierung 1995 in einer Regie von Alfred Kirchner und unter der musikalischen Leitung von Leopold Hager. Insgesamt 477-mal wurde die Oper bisher aufgeführt, zuletzt stand das Werk im April 1999 auf dem Staatsopernspielplan.

Die Ausstattung der neuen, elften Produktion stammt aus der Feder des irischen Bühnen- und Kostümbildners Gary McCann, der an der Staatsoper bereits für „Macbeth“ mit Christian Räth zusammenarbeitete. Für das Lichtdesign zeichnet Thomas Hase verantwortlich, für die Videoeffekte Nina Dunn und für die Choreografie Vesna Orlic.

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