Massenmord in Slowjansk jährt sich zum vierten Mal

Wien (OTS) - Vor vier Jahren wurden im ostukrainischen Slowjansk vier evangelikale Christen gefoltert, erschossen und verbrannt.

Sie wurden am 8. Juni 2014 nach einem Gottesdienst vor den Augen der Gemeinde und ihrer Familien festgenommen. Es war das letzte Mal, dass Wolodymyr Welytschko (1973), Wiktor Bradarsky (1974), Ruwim Pawenko (1984) und Albert Pawenko (1990) auf freiem Fuß gesehen wurden.

Zu diesem Zeitpunkt stand die Stadt unter Kontrolle russischer und pro-russischer Kräfte. Die sogenannte „Russische orthodoxe Armee“ trieb ihr Unwesen in Slowjansk. Als selbsternannte „Gotteskrieger“ machten sie Jagd auf evangelikale Christen.

Die Opfer wurden direkt vom Gottesdienst in die Folterkammer gebracht, wo die Täter heftig auf sie einprügelten. Anschließend wurden sie mehrmals zur Erschießung gebracht – nur um die vermeintlichen Todesschüsse doch wieder oberhalb des Kopfes abzugeben. Die vier Männer versuchten ihre Qual mit dem Gesang von Psalmen zu beruhigen, so berichten zumindest andere Insassen aus dem Gefängnis.

Am frühen Morgen des 10. Juni entließen die Täter ihre Folteropfer in die vermeintliche Freiheit. Nur Minuten später wurden sie jedoch mit einem Granatwerfer auf grausame Art zu Boden gestreckt. Wolodymyr Welytschko starb auf der Stelle. Ruwim und Albert Pawenko wurden durch Schüsse ins Gesicht und in den Rücken getötet. Wiktor Bradarsky konnte flüchten, verblutete aber bald. Man fand ihn einige Stunden später am Straßenrand.

Lange war über das Schicksal der vier Männer nichts bekannt. Erst als die Ukraine Slowjansk befreite, entdeckte man sie in einem Massengrab. Elf Kinder haben ihre Väter verloren – schlicht, weil ihre Papas die „falsche Kirche“ besuchten. Im Juli kommen zwei Söhne von Wolodymyr Welytschko nach Österreich – gemeinsam mit anderen betroffenen Kinder aus den Kriegsgebieten der Ukraine wurden sie zu Rehabilitationsferien nach Salzburg eingeladen. „Die Ukraine dankt Österreich dafür aus ganzem Herzen“, erklärt Botschafter Dr. Olexander Scherba.

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