„Über unsere Gesundheitsversorgung wollen wir selbst entscheiden – keine Zentralisierung auf Kosten der Salzburger!"

Patientengruppen, Ärzte, Gesundheitsberufe, Medizinunternehmen, Gemeinden, Gesundheits- und Sozialvereine unterstützen Salzburger Deiklaration

Salzburg (OTS) - In Salzburg unterstützen bereits 34 Einrichtungen und Unternehmen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich die Salzburger Deklaration. Es geht um den Erhalt regionaler Entscheidungsfähigkeit im Gesundheitssystem. Diese Deklaration ist vor zwei Monaten von allen Länder-Ärztekammern und Gebietskrankenkassen beschlossen worden. Die Einschätzung, dass Entscheidungen für die Gesundheitsversorgung der Salzburger in Salzburg getroffen werden sollen, und dass das Geld der Salzburger Versicherten – inklusive der vorhandenen Rücklagen – in Salzburg bleiben soll, wird von vielen Einrichtungen, die das Gesundheitssystem tragen, unterstützt.

Die drei zentralen Gründe, die für eine regionale Entscheidungs- und Budgethoheit in der Krankenversicherung sprechen

  1. Bürgernahe und am Bedarf der Region orientierte Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung: Eine optimale Organisation der Versorgung setzt voraus, dass Probleme im Detail bekannt sind um flexible, den regionalen Gegebenheiten angepasste Lösungen zu finden. Regionale Entscheidungen sind nah bei denjenigen, die von ihnen betroffen sind. Dies ist der Kerngedanke des Subsidiaritätsprinzips. Weiterentwicklungen in der medizinischen Versorgung, Innovationen und übergreifende Lösungen entstehen aus den Kontakten in der Region. Integrierte Versorgungsangebote, Versorgungs-Netzwerke, innovative Versorgungsformen entspringen den Erfahrungen der Beteiligten in den Gemeinden und im Land.

  2. Das Geld der Salzburger Versicherten soll nicht in eine Zentrale abgezogen werden. Es gehört den Salzburgerinnen und Salzburgern. Die Pläne der Regierung sehen vor, dass rund 100 Millionen Euro an Rücklagen sofort abgezogen werden sollen. Für die Zukunft ist geplant, dass Beiträge zentral eingehoben und nach einem einheitlichen Schlüssel verteilt werden. Für Salzburg würde dies langfristig deutliche Einbußen bedeuten.

  3. Erhalt von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in der Region: Zentralisierungen können zu Effizienzsteigerungen führen, dann sind sie auch sinnvoll. Sie dürfen aber nicht einseitig zu Lasten der Regionen und nur zum Vorteil einer Zentrale gehen. Die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze, die durch eine regionale Krankenversicherung entstehen, sind für Salzburg wichtig. Vergaben und Beauftragungen finden derzeit überwiegend in der Region statt – diese Mittel der Salzburger Gebietskrankenkasse sind wichtig für Unternehmen und für Arbeitsplätze.

Andreas Huss, Obmann SGKK
„Die Ankündigungen der Bundesregierung zur Sozialversicherungsreform bedeuten, dass die SGKK keine Entscheidungen mehr zu Art und Ausmaß der Gesundheitsversorgung treffen kann. Wo es Kassenärzte gibt, würde dann zentral vorgegeben. Zusätzlich würden die derzeitigen Pläne ein Minus von bis zu 30 Millionen Euro jährlich für Salzburg bedeuten – das wären rund 120 Arztstellen. Wir sind nicht dagegen, dass Verwaltungsbereiche, wenn es sinnvoll ist, zentralisiert werden. Wir sind auch absolute Unterstützer einheitlicher Leistungen für Versicherte. Aber Art und Ausmaß der Gesundheitsversorgung müssen hier in Salzburg mit den vor Ort tätigen Ärzten, Gesundheitsberufen, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, mit den Spitälern und der Landespolitik geplant und umgesetzt werden. Dafür brauchen wir eine regionale Entscheidungshoheit, wie das Geld der Salzburger Versicherten verwendet werden soll.“

Dr. Karl Forstner, Ärztekammer für Salzburg
„Reformen im österreichischen Gesundheitswesen dürfen nicht zum Nachteil Salzburgs durchgeführt werden. Wir wollen das soziale Gesundheitssystem nicht beschädigt sehen. Denn wenn ökonomische Bedingungen schlechter werden, wird die Versorgungsqualität ebenfalls schlechter.
Im Sinne der Subsidiarität ist es vernünftig, Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung dort zu treffen, wo die Sachkenntnis vorhanden ist. Diese haben jedenfalls die Bundesländer mit ihren regionalen Partnern. Zentralisierung bedeutet nicht zwingend Rationalisierung, aber es führt immer zu mehr Bürokratisierung.“

Dr. Johann Ebner, Obmann des Dachverbands Selbsthilfe Salzburg
„Die regionale Gesundheitsversorgung ist wichtig: Nur eine regionale Planung garantiert, dass die medizinischen Bedürfnisse von Betroffenen bestmöglich berücksichtigt werden. So können qualitativ gute und strukturierte Behandlungen gewährleistet werden.“

Udo Lambert, Sanitätshaus Lambert GesmbH:
„Seit Jahren weisen wir darauf hin, wie wichtig die regionale Entscheidungsfreiheit der Krankenkassen ist. In jedem Bundesland gibt es regionale Unterschiede, die bei der Herstellung und der Versorgung von Patienten zum Tragen kommt. Im Gebirge brauchen Menschen einen anderen Rollstuhl als in der Wiener Innenstadt. Versorgungen müssen patientengerecht erbracht werden und da ist es absolut notwendig die Entscheidung Vorort treffen zu können.“

Ing.in Mag.a Margret Kaltenbrunner (Geschäftsführerin Pro Mente Salzburg):
„Die Erfahrungen der Pro Mente Salzburg mit der Salzburger Gebietskrankenkasse zeigen ganz deutlich, wie wichtig, gerade im Bereich der Versorgung der Menschen und im Besonderen der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Problemstellungen, die Regionalität ist. Da die Entscheidungen vor Ort fallen, konnten die Verantwortlichen der SGKK sehr unmittelbar davon überzeugt werden, wie wichtig im Innergebirg eine Ambulanz für Kinder und Jugendliche ist. Auf kurzem Weg leistet die SGKK seit über 12 Jahren eine Mitfinanzierung für diese wichtige Versorgungsstruktur ´Kinderseelenhilfe´. Jährlich 500 Kinder- und Jugendliche erhalten dadurch im schwer zu versorgenden ländlichen Raum eine psychiatrische, psychotherapeutische und ergotherapeutische Behandlung und Betreuung. Diese Unterstützung von einer Zentrale in Wien erhalten zu können, wäre wohl für uns ein unlösbares Problem gewesen!“

Dr. Bernhard Fürthauer, Salzburger Gesellschaft für Allgemeinmedizin:
„SGKK, SAGAM, Ärztekammer sowie Landesregierung haben gemeinsam Leuchtturmprojekte für die hausärztliche Versorgung geschaffen, etwa die bezahlte „Lehrpraxis“ für angehende Ärzte. Diese stellt eine wesentliche Förderung für zukünftige Hausärzte dar. Das Projekt wird inzwischen österreichweit umgesetzt. Derartige Initiativen sind nur durch das „Salzburger Klima“ möglich, d.h. durch gegenseitige Wertschätzung und eine konstruktive, ergebnisorientierte Kommunikation auf Augenhöhe. Mit einer zentralen Verwaltung in Wien wäre das in dieser Form sicher nicht realisierbar gewesen.“

Mag. Kornelia Seiwald, Präsidentin Salzburger Apothekerkammer:
„Gesundheitsversorgung ist regional! Die Salzburger GKK ist für uns ein verlässlicher und professioneller Partner. Gemeinsam setzen wir viele wichtige Aktionen zur Verbesserung des Gesundheitswesens im Land. Geht´s der Salzburger GKK gut, geht´s auch den Menschen, den Patienten gut. Daher sind wir für den Erhalt der regionalen Krankenversicherung.“

Präsident Peter Eder, Arbeiterkammer
„Nur eine regionale Gesundheitsversorgung kennt die medizinischen Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Es kann nicht sein, dass ein bürokratisches Monstrum in Wien entscheidet, ob etwa der Lungau einen Kinderarzt bekommt und dass die Beiträge der Salzburger Versicherten zum Stopfen von Budgetlöchern anderer Bundesländer zweckentfremdet werden.“

Liste der Unterstützer für eine regionale Entscheidungs- und Budgethoheit in der Krankenversicherung

  • akzente Salzburg
  • AMD - Arbeitsmedizinischer Dienst
  • Apothekerkammer Salzburg
  • Arbeiterkammer Salzburg
  • AUGE UG
  • AVOS - Arbeitskreis für Vorsorgemedizin Salzburg
  • Danner GmbH
  • Freiheitliche Arbeitnehmer Salzburg
  • Gewerkschaftlicher Linksblock Salzburg
  • Intersol
  • Isis - Frauengesundheitszentrum
  • Lambert Einlagen Schuh GmbH
  • MEDISAN Handelsgesellschaft m.b.H.
  • ÖGB Salzburg
  • ÖZIV Salzburg - Österreichischer Zivilinvaliden Verband
  • Pensionistenverband Salzburg
  • Pro Mente Salzburg
  • SAGAM - Salzburger Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin
  • Salzburger Armutskonferenz
  • Salzburger Gemeindeverband
  • Salzburger Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung
  • Salzburger Wirtschaftsverband
  • Sanitätshaus Kostner
  • Sanitätshaus Lambert
  • Sanitätshaus Ortho aktiv
  • Selbsthilfe Salzburg
  • SLP - Salzburger Landesverband für Psychotherapie
  • SPÖ Salzburg
  • Stadtgemeinde Bischofshofen
  • Stadtgemeinde Oberndorf
  • Tappe GmbH
  • Verein AhA - Angehörige helfen Angehörigen
  • Verein Spektrum
  • Volkshilfe Salzburg

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