ÖVGW-Kongress und Fachmesse Gas Wasser 2018: Größter Branchentreff in Salzburg

Wien/Salzburg (OTS) - Am 6. und 7. Juni findet der jährliche Kongress der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) statt. Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den beiden Branchen treffen im Messezentrum Salzburg zusammen, um sich über aktuelle technische und wirtschaftliche Herausforderungen sowie innovative, zukunftsorientierte Lösungsansätze auszutauschen. Umrahmt wird das Kongressprogramm durch eine umfangreiche Fachmesse mit rund 60 Ausstellerinnen und Ausstellern.

Versorgungssicherheit im Fokus

Landtagspräsident Josef Schöchl wird die Veranstaltung eröffnen und erklärt: „Öffentliche Versorgungsinfrastruktur ist längst zu einer gesellschaftlichen Aufgabe geworden, nur Staat und Wirtschaft zusammen können die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser und Energie sicherstellen. Auf der ganzen Welt werden wir für unser Zusammenwirken von Staat, Genossenschaften und Privatwirtschaft in sinnvoller Ergänzung beneidet. Egal ob als Bürger oder als Kunde, der Mensch muss im Mittelpunkt jeder Versorgungsinfrastruktur stehen.“ 

Der ÖVGW-Kongress ist der größte österreichische Branchentreffpunkt der Gas- und Wasserwirtschaft. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Versorgungsunternehmen nehmen Expertinnen und Experten der Gas- und Trinkwasserwirtschaft, der Universitäten sowie aus der Verwaltung und dem Planungssektor teil. „Die österreichischen Unternehmen im Gas- und Wasserfach bieten seit Jahrzehnten eine zuverlässige und sichere Versorgung. Damit dies so bleibt und wir auch für kommende Generationen zentrale Leistungen der Daseinsvorsorge erbringen können, investieren wir in Qualität, Instandhaltung, Ausbau und Sicherheit der Netze und Leitungssysteme. Wir treiben Innovationen voran und haben künftige Herausforderungen im Blick. Der Kongress ist für unsere beiden Branchen eine wertvolle Plattform für den Informationsaustausch und den Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Wirtschaft“, so ÖVGW-Präsident Manfred Pachernegg.

Vielfältiges Kongressprogramm: Grünes Gas, Transparenz, Sicherheit

Der ÖVGW-Kongress 2018 ist zwei großen Themen gewidmet. Für die Gasbranche steht die Umsetzung der in der Klima- und Energiestrategie verankerten „Greening the Gas“-Strategie im Mittelpunkt, die Trinkwasserwirtschaft beschäftigt sich mit Transparenz und Information für Konsumentinnen und Konsumenten. Die Digitalisierung sowie Sicherheitsthemen werden in beiden Branchen diskutiert. Nach der Eröffnung des Kongresses durch den Salzburger Landtagspräsidenten beleuchtet Kriminalpsychologe Thomas Müller in seinem Festvortrag „Der Arbeitsplatz als Tatort“ das für alle Bereiche relevante Thema Arbeitsplatzsicherheit aus psychologischer Sicht. Im Rahmen des darauffolgenden Kongressprogramms werden Ergebnisse von Forschungsprojekten präsentiert, aktuelle Vorhaben und Technologien vorgestellt und neue gesetzliche Rahmenbedingungen diskutiert.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Fachbereich Gas stellt ÖVGW-Präsident Manfred Pachernegg die Strategie der ÖVGW zur technischen Umsetzung der Dekarbonisierung der Gasversorgung vor. Michael Harasek von der TU Wien beleuchtet den Ansatz Power-to-Gas für die Sektorkopplung. Wolfgang Stüger von der Salzburg Netz GmbH bringt einen Erfahrungsbericht zur Biogaseinspeisung in das Gasnetz und nicht zuletzt wird es einen Energiewende-Impuls von Heinrich Busch von den Stadtwerken Essen (D) geben.

Die Podiumsdiskussion für den Fachbereich Wasser stellt die Themen Transparenz und Information sowie Arbeitsplatzsicherheit in den Mittelpunkt. Dazu werden ÖVGW-Vize-Präsident und Sprecher des Wasserfachs, Franz Dinhobl, sowie Iris Strutzmann von der Arbeiterkammer Wien und Reinhold Plöchl von der Linz Service GmbH diskutieren.

Digitalisierung und Krisenmanagement

Ein Schwerpunkt der Vorträge am zweiten Kongresstag ist dem Krisenmanagement im Gassektor gewidmet: Walter Dosek von der Wiener Netze GmbH setzt sich ebenso damit auseinander wie Helmut Wernhart von der AGGM Austrian Gas Grid Management AG. Werner Lienhart von der TU Graz stellt das Forschungsprojekt Pipe Sense zur Überwachung von Gasleitungen mittels faseroptischer Sensoren vor. Thomas Pleßnitzer von der RAG Austria AG präsentiert die erste LNG (Liquefied Natural Gas) Tankstelle in Österreich und Ferdinand Aichinger von der Gas Connect Austria gibt Einblicke in die Erneuerung der Weinviertel Leitung.

Eine Ergänzung finden diese Vorträge im „Firmenforum Gas“, bei der die induktive Beeinflussung von Rohrleitungen durch Hochspannungsanlagen, Datenkommunikation und Kunden-Apps präsentiert werden.

Wasserqualität und Netzsicherheit

Im Fachbereich Wasser legt Roman Neunteufel von der BOKU Wien (Universität für Bodenkultur) neue Daten zur Wasserbedarfsentwicklung bei Swimmingpools und der Gartenbewässerung in Österreich dar. Angesichts der heißen Sommer in den vergangenen Jahren sind hier wichtige Einblicke für die Wasserversorger zu erwarten. Helmut Herlicska vom Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland spricht über die Temperatur von Trinkwasser – ein Thema, das die Qualität, die Sicherheit und gesundheitliche Aspekte von Trinkwasser betrifft.

Alles rund um den Rohrleitungsbau – von Voruntersuchungen über Begleit- und Kontrollmaßnahmen bis hin zur Umsetzung der NIS Richtlinie für die Netzsicherheit – präsentieren Markus Kagerer von SWM Services, Bernd Bican von der Salzburg AG sowie Vinzenz Heußler vom Bundeskanzleramt. Im „Firmenforum Wasser“ geht es um Druckrohrleitungen aus Polyethylen, um Korrosionsschutz sowie permanente Leckageüberwachung.

EU-Trinkwasserrichtlinie: Chancen und Risiken

Markus Werderitsch von Wiener Wasser (MA 31 Stadt Wien) setzt sich mit den unterschiedlichen Aspekten der neuen EU-Trinkwasserrichtlinie auseinander und widmet sich Chancen und Risiken des neuen Entwurfs, der in Österreich durchaus kontrovers aufgenommen wird. ÖVGW-Vize-Präsident und Sprecher des Wasserfachs, Franz Dinhobl dazu: „Der neue Entwurf der Trinkwasserrichtlinie hat massive Auswirkungen vor allem auf kleine Wasserversorger. Sie hätten beispielsweise nach den geänderten Vorgaben einen unverhältnismäßig hohen Aufwand bei der Häufigkeit von Probenahmen und hinsichtlich des Untersuchungsumfangs. Dieser Aufwand steht in keiner Relation zum erhofften Nutzen und erhöht die Kosten, letztlich auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher.“ Die ÖVGW hat die Trinkwasserrichtlinie daher Ende März bei der Europäischen Kommission in Brüssel beeinsprucht. „Österreich hat im Unterschied zu anderen Ländern eine ausgezeichnete Trinkwasserversorgung und ein sehr hohes Niveau bei Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Daher fordern wir unter anderem, dass kleine Wasserversorger mit einer Förderleistung von unter 100 m3 pro Tag weiterhin der nationalen Regelung unterliegen“, so Dinhobl.

Fachmesse mit rund 60 Ausstellerinnen und Ausstellern

Gleichzeitig mit dem Kongress findet mit der Fachmesse eine in Österreich einzigartige Leistungsschau der Industrie statt. Sie bietet die Gelegenheit, sich näher mit Dienstleistungen und Produkten, die im Bereich der Gas- und Wasserversorgung zum Einsatz kommen, auseinanderzusetzen und Neuerungen kennenzulernen. Die Messe ist allen Interessierten mit kostenfreier Tageskarte zugänglich. Neben dem Kongresspublikum werden rund 300 weitere Besucherinnen und Besucher erwartet.

Ausführliche Informationen zum Kongressprogramm und zur Fachmesse

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 250 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern knapp 6,4 Millionen Menschen bzw. rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.

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Mag. Dr. Ute Hofreither
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