Bis zu 13 Stunden Arbeit täglich, aber kein Überstundenentgelt: AK erstritt 8.450 Euro für vier Bauarbeiter

Linz (OTS) - Eine Baufirma aus dem Bezirk Eferding pfiff offenbar ganz einfach auf die Rechte ihrer Arbeiter. Vier Männer wandten sich gleichzeitig an die AK, weil sie monatelang Überstunden gemacht hatten. Nur einen Teil davon konnten sie in Form von Zeitausgleich abbauen, den Rest wollte das Unternehmen aber einfach unter den Tisch fallen lassen.

 Etwas mehr als neun Monate arbeiteten vier Männer als Hilfsbauarbeiter für die Firma aus dem Bezirk Eferding. Ihre Arbeitsverhältnisse endeten, wie häufig in der Baubranche, im Winter mit einer Wiedereinstellungszusage für die nächste Saison. Die Männer waren täglich mindestens zehn Stunden bei der Arbeit, einige Male auch bis zu 13 Stunden. Doch Überstunden bekamen sie nie ausbezahlt. Zwar bauten die Männer in Form von Zeitausgleich wieder einige der Überstunden ab, doch am Ende der Saison blieben immer noch etliche Stunden offen. Auch Diäten für auswärtige Arbeiten, die länger als neun Stunden dauern, war ihnen der Chef schuldig geblieben.

 Die Männer waren klug und führten während all der Monate genaue Arbeitszeitaufzeichnungen. Mit diesen wandten sie sich an die AK. Ein Rechtsschützer prüfte die Arbeitszeitaufzeichnungen und verglich sie mit den Abrechnungen. So konnte er feststellen, dass den Männern Lohn vorenthalten worden war. Die AK forderte die offenen Überstunden und Diäten ein, die Firma musste den Männern in Summe 8.450 Euro nachzahlen.

 AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Es ist leider mittlerweile zur Normalität für manche Firmen geworden, Überstunden einfach nicht zu bezahlen. Von den Beschäftigten wird zunehmend verlangt, noch mehr und noch länger zu arbeiten – oft auch länger als erlaubt oder noch gesund ist. Und dann wird diese Arbeit nicht einmal bezahlt oder in Form von Zeitausgleich mit dem entsprechenden Zuschlag für Mehrarbeits- und Überstunden abgegolten. Das ist Lohnraub und eine Respektlosigkeit vor den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in unserem Land enorme Leistungen erbringen.“

 Daten der Statistik Austria zeigen, dass jede fünfte Überstunde in Österreich nicht bezahlt wird. Vorbereitungs- oder Abschlussarbeiten sowie An- und Abreisezeiten bei Dienstreisen werden von den Firmen oft nicht als Arbeitszeiten anerkannt.

 Die AK empfiehlt:

- Genaue Arbeitszeitaufzeichnungen führen: Uhrzeiten von Arbeitsbeginn und Arbeitsende, Zeiten für Pausen und auch Fahrzeiten bei Dienstreisen genau dokumentieren.

- Wenn Überstunden nicht bezahlt oder abgegolten werden, rasch an die AK wenden. In vielen Kollektivverträgen gibt es sehr kurze Verfallsfristen, sodass oft über einen sehr langen Zeitraum Überstunden geleistet wurden, die AK aber nur noch die offenen Ansprüche zurückfordern kann, die innerhalb dieser Verfallsfristen liegen.

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