Sexualitäten an Hochschulen: Alltag und Tabu

Tagung an der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Mit Sexualität(en) und Geschlechtsidentität(en) an Hochschulen beschäftigt sich am 4. Juni eine öffentlich zugängliche Expertinnen- und Expertentagung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Ombudsstelle für Studierende im Wissenschaftsministerium in Wien. Die Tagung wird alle hochschulischen Einrichtungen im österreichischen Hochschulraum, also Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen umfassen.

Durch die post–1968 sexuelle Revolution und daraus resultierende gesellschaftliche Veränderungen ist Sexualität mittlerweile durch Massenmedien und Social Media alltagspräsent, auch an Hochschulen. Neue zwischenmenschliche Beziehungsformen, sexuelle Orientierungen und Themen der sexuellen Belästigung erreichen on-line und in Internet-Foren eine breite Öffentlichkeit. Wie Diskussionen in der Öffentlichkeit zeigen, gesteuert von Medienberichten und beeinflusst von politischen Aktivitäten wie parlamentarischen Anfragen bzw. durch Gerichtsurteile oder Höchstgerichtserkenntnisse, wird immer wieder unter verschiedensten Aspekten über Sexualität an Hochschulen berichtet. „Diese Tagung soll bestehende gesetzliche und institutionelle Regelungen reflektieren, die zum Umgang mit Sexualität im Hochschulalltag existieren. Daraus sollen auch Zukunftsempfehlungen für notwendig erscheinende Gesetzesänderungen erstellt werden“, so Josef Leidenfrost, Hochschulombudsmann.

„Die mdw vertritt eine Haltung, die in Bezug auf die Wahrung der Würde und der Rechte von Menschen nicht verhandelbar ist. Daher haben wir an unserer Universität schon früh eine Reihe von Maßnahmen gegen jede Art von Diskriminierung und Missbrauch gesetzt“, so mdw-Rektorin Ulrike Sych.

Sexuelle Übergriffe an Hochschulen sind für Natalie Sharpe, die Präsidentin des kanadischen Hochschulombudsnetzes und eine der Hauptrednerinnen bei der Tagung, Ausdruck von Macht, gedeckt durch Hierarchien, die mitunter auch zu Täter/Opfer-Umkehr führen können. Hier brauche es eindeutige öffentlich bekannte Regeln, um allen Hochschulangehörigen von vornherein Konsequenzen klar zu machen. Sharpe wird über „anti-sexual violence policies“ in Kanada referieren.

Im Rahmen der Tagung werden unter anderem sexuelle Identitäten, Sexualität als Machtinstrument sowie sexuelle Belästigungen im Hochschulalltag thematisiert. Dabei sollen auch Beschwerderechte, Viktimisierungsschutz sowie dienst- und disziplinarrechtliche Aspekte zur Sprache kommen. Ebenfalls behandelt werden sollen die Aufgabenstellungen von hochschulischen Erstanlaufstellen und im Falle strafrechtlicher Verfolgungen die bisweilen lange Prozessdauer. Zur Tagung wird eine Tagungsdokumentation erscheinen.

Sexualitäten an Hochschulen: Alltag und Tabu

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