„Am Schauplatz“: „Ausgeschlossen“

Am 17. Mai um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Der heutige Autor Misha Anouk wurde „in die Wahrheit“ hineingeboren. So bezeichnen die „Zeugen Jehovas“ ihren Glauben. Für Mitglieder gelten strenge Verbote: Sex vor der Ehe ist genauso untersagt wie Zigaretten. Blutkonserven sind selbst bei Lebensgefahr tabu. Misha verliebte sich in eine Frau, die keine „Zeugin Jehovas“ war. Und weil er „nicht bereute“, stand er plötzlich ganz alleine da. Selbst seine Eltern wandten sich von ihm ab. „Niemand geht, ohne den Preis zu kennen. Und der Preis ist hoch. Du verlierst alles. Alle, mit denen du dein ganzes Leben verbracht hast“, erzählt er.
Wie geht es Menschen, die von ihrer Familie, ihren Freunden oder von der Gesellschaft „Ausgeschlossen“ wurden? Dieser Frage geht die gleichnamige „Am Schauplatz“-Reportage am Donnerstag, dem 17. Mai 2018, um 21.05 Uhr in ORF 2 nach. Und was macht diese Entwurzelung mit ihnen? Nina Horowitz hat für ihre „Am Schauplatz“-Reportage Protagonisten begleitet, die zu Außenseitern wurden. Die Wege damit umzugehen, sind unterschiedlich. Die Kränkung, nicht dazuzugehören, ist immer die gleiche.

Bernhard Ledinski ist in einem kleinen Ort in der Steiermark aufgewachsen. „Als meine Mitschüler gemerkt haben, dass ich schwul bin, haben sie aufgehört, sich mit mir zu treffen“, erinnert sich der 26-Jährige: „Sie hatten Angst, sich bei mir anzustecken.“ Auch für die Mutter war die Homosexualität ihres Sohnes anfangs ein Schock:
„Ich habe geschluchzt und war fassungslos.“ Bernhard Ledinski lebt mittlerweile in Wien und tritt als Dragqueen „Candy Licious“ auf. „Am Land ist es bis heute schwierig, als geouteter Schwuler zu leben“, ist er überzeugt.

Auch Drogensüchtige landen oft im gesellschaftlichen Abseits. Betti S. ist eine von ihnen. Mit 31 hat sie begonnen, Drogen zu nehmen. In der Wiener Therapieeinrichtung „Schweizer Haus Hadersdorf“ kämpft sie jetzt gegen ihre Sucht. Sie hat oft genug erlebt, dass Passanten auf der Straße einen Bogen um sie machten. „Irgendwie verstehe ich ja auch die anderen… ich selbst hätte mich früher auch erschreckt und vielleicht sogar mein Kind auf die Seite gezogen.“

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