• 15.05.2018, 22:00:16
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  • OTS0246

Neues Volksblatt: "Sprachlos" von Heinz Wernitznig

Ausgabe vom 16. Mai 2018

Utl.: Ausgabe vom 16. Mai 2018 =

Linz (OTS) - Bereits die Meldung vom Mord an der sieben Jahre alten
Hadish aus Wien, deren Leiche in einem Müllcontainer regelrecht
entsorgt wurde, hatte in ganz Österreich Entsetzen ausgelöst. Wer
könnte zu solch einer grausamen Tat an dem kleinen Mädchen fähig
sein, und was mag ihren Mörder zu dieser Wahnsinnstat getrieben
haben? — wurde seit dem vergangenen Wochenende landauf, landab
gerätselt. Nicht weniger schockierend ist die Meldung von Dienstag,
dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen erst 16-jährigen
Burschen aus der Nachbarschaft handeln soll, der mit seinem späteren
Opfer gut bekannt war. Das offensichtliche Fehlen jeglicher Empathie
und die Rechtfertigung des Gymnasiasten — „Sie war einfach zur
falschen Zeit am falschen Ort“ — macht sogar hartgesottene Ermittler
sprachlos.
Die bekannte Linzer Gerichts-
psychiaterin Heidi Kastner spricht in diesem Zusammenhang von
„motivlosen Tötungsdelikten“. Diese seien sehr selten und nicht
kulturspezifisch, sie verweist in diesem Zusammenhang auf diverse
Schulmassaker in den USA. Auch hier hätten die Täter angegeben, aus
einer nicht näher definierten „Wut auf die Welt“ gehandelt zu haben.
Auch wenn Ferndiagnosen mit Vorsicht zu genießen sind, bleibt unter
dem Strich ein schales Gefühl und die Frage, ob es Anzeichen für
aufgestaute Aggressionen gegeben hat, denen zu wenig Beachtung
geschenkt wurde.

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