Preisgekröntes „Universum“ über „Wüstenkönige – Die Löwen der Namib“ am 15. Mai um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Wie lange wird es noch Löwen in den scheinbar endlosen Dünen der Namib geben? Werden die faszinierenden Könige der Wüste langsam für immer verschwinden? Am Rande der Wüste erschließen Rinderhirten ständig neue Weidegebiete für ihre Herden, und die großen Raubkatzen kommen immer öfter in Konflikt mit Menschen, werden Opfer von hinterhältigen Fallen oder beim Angriff auf Nutz- und Weidetiere erschossen. Ist das Ende für die Wüstenlöwen Namibias gekommen? Mehr als zwei Jahre haben die Naturfilmer Will und Lianne Steenkamp in der ebenso kargen wie faszinierenden Wüste Namibias verbracht, um für „Universum“ ein achtköpfiges Löwenrudel durch die endlos heißen Tage im Sand zu begleiten, zu filmen und zu porträtieren. Entstanden ist ein mehrfach preisgekrönter, bildgewaltiger und ergreifender Film über die wohl außergewöhnlichsten Löwen Afrikas.

Die „Universum“-Dokumentation „Wüstenkönige – Die Löwen der Namib“ begleitet am Dienstag, dem 15. Mai 2018, um 20.15 Uhr in ORF 2 drei Löwenweibchen mit ihren fünf Jungen durch die Wüste Namib. Hautnah erlebt das Publikum die entscheidenden Phasen des Abkapselns von den Müttern bis hin zur ersten selbstständigen erfolgreichen Jagd der jungen Löwengang, von den Filmemachern liebevoll als die „Fünf Musketiere“ bezeichnet. Zugleich ist die von der Interspot-Film produzierte Dokumentation, die als Koproduktion von ORF, ARTE, Smithsonian Channels, Into Nature Productions, Boksdocs und ORF-Enterprise entstand und beim renommierten „Wildlife Film Festival“ in Jackson Hole für einen Naturfilm-Oscar in der Kategorie „Best Wildlife Habitat Program“ nominiert war, ein berührendes Dokument über das Überleben in der gnadenlosen Wüste und über die möglicherweise bereits letzte Generation dieser Spezies.

Für zwei Jahre haben die jungen Filmemacher Will und Lianne Steenkamp Wohnung und Bett gegen Geländewagen und Schlafsack getauscht, um an der Seite eines Löwenrudels in der Wüste zu leben. In beeindruckenden Bildern zeigen sie das Leben im Hoanib-Becken der Namib-Wüste und erzählen eine Geschichte voller Emotionen. Den engagierten Kameraleuten gelang etwas, was zuvor noch nie geschafft wurde: Sie konnten lückenlos all die entscheidenden Momente im Heranwachsen der prächtigen Tiere miterleben und mit der Filmkamera dokumentieren. Das porträtierte Löwenrudel setzt sich aus einer sehr erfahrenen Löwin, ihren beiden erwachsenen Töchtern und deren fünf heranwachsenden männlichen Nachkommen an der Schwelle zum Erwachsenenalter zusammen. Die alte Löwin ist die wohl faszinierendste Löwin der Wüste: Bereits 17 Jahre alt, ist sie routiniert im Jagen wie kaum ein anderes Tier und trotz ihres hohen Alters mutig und wild – und nach wie vor so kräftig, dass sie ganz vorne steht, wenn es darum geht, Beute zu machen; ihre Spezialität: die Jagd auf Giraffen.

Die Löwen der Namib-Wüste sind eine langsam verschwindende Spezies:
Löwen sind kaum fürs Leben in derart trockenen Gebieten geschaffen, und nur sehr wenige Rudel haben sich im Lauf vieler Jahrzehnte und Jahrhunderte an diese Umgebung adaptiert und spezielle Jagdstrategien entwickelt. Nur so können sie überhaupt dort überleben. Doch damit die kleine Population der Wüstenlöwen weiterhin überlebt, müssen die jungen Männchen, die „Fünf Musketiere“, das Erwachsenenalter erreichen und sich mit Weibchen aus anderen Rudeln fortpflanzen. Die Zeit drängt, denn die Löwenpopulation in der Namib ist schon verschwindend klein. Nur wenn die jungen Löwen rasch lernen, selbstständig zu jagen und unabhängig von ihren Müttern zu leben, gibt es überhaupt eine Chance für sie, ein eigenes Rudel zu gründen – und das könnte entscheidend sein für das Überleben einer ganzen Art, denn männliche Löwen gibt es nur mehr wenige in den Wüstenregionen Namibias.

Das Leben der kaum erforschten Wüstenlöwen zählt zu den großen Geheimnissen der Namib. Nie zuvor konnten Tierfilmer das Heranwachsen fünf junger, männlicher Löwen so facettenreich abbilden. Die Geschichte folgt den Löwen von den Sandstränden der legendären Skelettküste bis weit in die namibische Wüste, ins Hoanib-Tal, wo die Löwen Tag für Tag durch surreal wirkende Trockenlandschaften ziehen. Für das südafrikanische Kamera-Ehepaar Lianne und Will Steenkamp war das eine aufregende Zeit voll unvorhergesehener Erlebnisse.

Lianne Steenkamp: „Es war ein großes Privileg für uns, die bewegende Geschichte der Wüstenlöwen filmen und erzählen zu dürfen. Möglich gemacht wurde uns das vor allem durch Philip Stander. Er öffnete uns mit unermüdlichem Engagement für die Löwen und Unterstützung durch die modernste Ortungstechnologie, die in den Satellitenhalsbändern steckt, den Zugang zum vollkommen natürlichen und unverfälschten Verhalten dieser faszinierenden Raubtiere. So konnten wir Tiere begleiten und dokumentieren, die zu den seltensten Jägern des Planeten gehören. Es war für uns eine intensive, unbeschreibliche Zeit – eine Erfahrung, die unser Leben verändert hat.“

Will Steenkamp: „Irgendwann waren die Löwen unseren Wagen schon so gewohnt, dass sie eines Tages den Schatten unterm Auto aufsuchten. Wir konnten stundenlang nicht vom Fleck, denn aussteigen und die Tiere verscheuchen, das wollten und konnten wir nicht. Wir waren für einen Tag Gefangene unserer Löwen.“

Philip Stander: „Ich habe mein Leben als Feldforscher mit diesem Löwenrudel verbracht, fast 20 Jahre sind es nun schon. Eine Zeit voll neuer Erkenntnisse, aber auch eine Zeit voll Emotionen! Heute sind weniger als 150 an die Wüste adaptierte Löwen in Namibia übrig geblieben. Wilderei und Rinderzucht bedrohen diese Art massiv. Vor allem das Fehlen von zeugungsfähigen Männchen kann für die gesamte Population fatal werden. Meine Freude über diese Dokumentation ist unbeschreiblich; vielleicht hilft dieses Filmprojekt, diese wunderbaren Tiere vorm Aussterben zu bewahren.“

„Wüstenkönige – Die Löwen der Namib“ ist eine faszinierende Dokumentation, die die wohl mächtigsten und beeindruckendsten Jäger der Wüste porträtiert – an einem Ort, von dem man sich in Mitteleuropa ob seiner exotischen Schönheit, Wildheit und Abgeschiedenheit kaum eine Vorstellung machen kann.

Der Film wurde unmittelbar nach Fertigstellung ins Damara – die afrikanische Sprache der namibischen Wüstenbewohner/innen – übersetzt, um in Zusammenarbeit mit Namibias „Desert Lions Conservation Trust“ das Wissen über die Wüstenlöwen an die Bevölkerung des Landes weiterzugeben. Philip Stander organisiert seither gemeinsam mit den Filmemachern erfolgreiche Kino-Abende unter freiem Himmel. So wird im Rahmen einer Roadshow das Wissen über die Wüstenlöwen ebenso wie der Artenschutzgedanke in die Dörfer der Wüste gebracht.

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