Liste Pilz/Kolba: Cannabis in der Medizin muss liberalisiert werden

Die Sendung „Bürgeranwalt“ zeigt Probleme für Schmerzpatienten auf

Wien (OTS) - In der letzten Sendung „Bürgeranwalt“ gingen Peter Resetarits und Volksanwalt Kräuter auf den Fall einer jungen Studentin ein, die an Fibromyalie – einer tückischen Schmerzerkrankung – leidet und bereits konventionelle Medikamente durchprobiert hat. Insbesondere Opiate lindern zwar den Schmerz, haben aber heftige Nebenwirkungen. An Studieren war mit diesen Medikamenten nicht zu denken. Dann hat sie auf Rat ihres Arztes das Cannabismedikament Dronabinol versucht und dieses linderte den Schmerz ohne gravierende Nebenwirkungen. Doch in ihrer Dosierung müsste Sie 400 Euro pro Monat dafür ausgeben. Sie suchte bei der NÖ Gebietskrankenkasse um Kostenübernahme an und wurde mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt.

„Es ist untragbar, dass die Kostenübernahme für Cannabismedizin bei den Krankenkassen einem Glücksspiel gleicht“, kommentiert Peter Kolba, selbst Schmerzpatient und Gesundheitssprecher der Liste Pilz. „Es gibt inzwischen viele Studien, die sehr wohl Evidenz schaffen, dass bei Krebserkrankungen, bei neuropathischen Schmerzen und bei MS Cannabismedizin hilfreich sein kann.“

Die Liste Pilz unterstützt Patienten: Wer die Kostenübernahme durch seine Krankenkasse abgelehnt bekommt, möge sich einen schriftlichen Bescheid ausstellen lassen und dagegen beim Sozialgericht klagen. „Wir werden Anwälte stellen und Musterprozesse nach Möglichkeit auch finanziell unterstützen“, verspricht Kolba.

Die Liste Pilz fordert von der Regierung eine rasche Liberalisierung von Cannabismedizin nach deutschem Vorbild; Cannabispräparate über ärztliches Rezept in der Apotheke mit Kostenübernahme durch die Kassen, aber auch den Verkauf von getrockneten Cannabisblüten an diese Patienten.

„Im Gesundheitsausschuss im Parlament wird derzeit mein Entschließungsantrag behandelt und es werden Stellungnahmen eingeholt. Ich hoffe dann auf eine informierte Diskussion und dann auf einen raschen Gesetzesvorschlag des Sozialministeriums“, sagt Kolba. „Ich lehne den Vorschlag der SPÖ, im Ausschuss auf eine Evaluierung in Deutschland im Jahr 2020 zu warten, glatt ab. Das dient nur der Verzögerung. Schmerzpatienten brauchen rasche Hilfe und ich hoffe, die Regierung versteht das.“

Service: Beschwerden über Ablehnungen durch Krankenkassen können direkt über www.buergerrechte.online an das Team Kolba geleitet werden.

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Liste Peter Pilz im Parlament
Mag. Martin Friessnegg
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