SOS Mitmensch: FPÖ und antisemitische „Aula“ weiterhin eng verzahnt

Namhafte FPÖ-Politiker sind führende Gesellschafter des neonazinahen Blattes

Wien (OTS) - Eine Firmenbuch- und Vereinsregister-Recherche von SOS Mitmensch hat ergeben, dass namhafte FPÖ-Politiker weiterhin führend als Gesellschafter des antisemitischen und rassistischen Magazins „Aula“ tätig sind. Die Aussagen von FPÖ-Obmann Strache, wonach sich die FPÖ vom rechtsextremen Blatt distanziere, werden damit ad absurdum geführt, so SOS Mitmensch.

Gemeinsame Sache mit Neonazis und Holocaustleugnern

„Unsere Recherche zeigt, dass die enge Verzahnung der rechtsextremen „Aula“ mit der FPÖ weiterhin aufrecht ist. Namhafte FPÖ-Politiker, darunter auch Nationalratsabgeordnete, sind führende Gesellschafter eines Magazins, das KZ-Überlebende beschimpft und gemeinsame Sache mit Neonazis und Holocaustleugnern macht“, so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

„Aula“ im Besitz von fünf freiheitlichen Akademikerverbänden

Laut der Recherche von SOS Mitmensch ist die „Aula“ im Besitz von fünf freiheitlichen Akademikerverbänden. Diese werden im Firmenbuch als Gesellschafter der „Aula“ geführt. In jedem dieser fünf Verbände seien FPÖ-Politiker vertreten, in drei sogar an führender Stelle, berichtet SOS Mitmensch.

Sickl, Kassegger, Mölzer und viele mehr führend aktiv

So ist etwa der Grazer FPÖ-Gemeinderat Heinrich Sickl Obmann des Freiheitlichen Akademikerverbands Steiermark, der knapp 37 Prozent der Anteile der „Aula“ hält. Sickls Stellvertreter ist der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Axel Kassegger, der Bekanntheit erlangte, weil die „Aula“ eine Rede von ihm abdruckte, die mit den Worten „Heil Deutsche Burschenschaft!“ endete. Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Wendelin Mölzer ist Obmann des Kärntener Akademikerverbands, der neun Prozent der „Aula“ besitzt. Der Puchenauer FPÖ-Gemeinderat Stefan Lang ist Obmann des oberösterreichischen Akademikerverbands, der mehr als 20 Prozent der „Aula“-Anteile hält. Sein Stellvertreter ist Ulrich Püschel, der das Büro des Linzer FPÖ-Verkehrsstadtrates Markus Hein leitet. Der freiheitliche Akademikerverband Salzburg, der mit mehr als 12 Prozent an der „Aula“ beteiligt ist, wird vom ehemaligen Vorsitzenden des Rings Freiheitlicher Studenten, Thomas Eggert, geleitet.

Rosenkranz will verkauft haben

Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Walter Rosenkranz und der FPÖ-Gemeinderat Dietbert Kowarik sind Vorstandsmitglieder des freiheitlichen Akademikerverbandes Wien-Niederösterreich-Burgenland, der laut Firmenbuch knapp 22 Prozent der „Aula“-Anteile besitzt. Rosenkranz sagte allerdings in einer Fernsehdiskussion, die Anteile seien verkauft worden. Auf Anfrage von SOS Mitmensch wollte der FPÖ-Politiker jedoch nicht sagen, wann und an wen der bislang nicht im Firmenbuch aufscheinende Verkauf getätigt wurde.

Leere Worthülsen von FPÖ-Obmann Strache

„Von einer klaren Abgrenzung der FPÖ zu den antisemitischen und neonazi-sympathisierenden Kreisen rund um die „Aula“ kann bislang keine Rede sein. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Die führende Stellung von FPÖ-Politikern als „Aula“-Gesellschafter lassen die distanzierenden Aussagen von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache zu leeren Worthülsen verkommen“, kritisiert Pollak.

FPÖ muss alle "Aula"-nahen Funktionäre ausschließen

SOS Mitmensch fordert von der FPÖ den Parteiausschluss aller Funktionäre, die mit der „Aula“ kooperieren. „Strache selbst hat noch bis kurz vor dem Regierungseintritt der FPÖ eng mit der „Aula“ kooperiert. Er ist regelmäßig in dem Blatt aufgetreten, hat Inserate geschalten und das mit Neonazis und Holocaustleugnern sympathisierende Magazin als „unsere Aula“ bezeichnet und bejubelt. Wenn er nun unter dem Druck der Regierungsbeteiligung mit seiner bisherigen Linie brechen will, dann genügen keine schönen Worte. Er muss alle Funktionäre, die mit der „Aula“ kooperieren, konsequent ausschließen. Alles andere ist eine unglaubwürdige Farce“, betont Pollak.

Rückfragen & Kontakt:

SOS Mitmensch, Zollergasse 15/2, 1070 Wien
Alexander Pollak
0664 512 09 25
apo@sosmitmensch.at
www.sosmitmensch.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SMM0001