Augengesundheit & Diabetes

Neue Broschüre informiert über Ursachen, Diagnostik und Therapieformen

Wien (OTS) - Jedes Jahr erblinden in Österreich rund 200 Menschen als Folge des Diabetes mellitus. Der Verband der österreichischen Augenärztinnen und Augenärzte thematisiert bei seinem 59. Jahreskongress, der vom 10.-12. Mai 2017 im Congress Schladming stattfindet, die stark steigende Zahl an Augenerkrankungen durch Diabetes und weist auf die soeben erschienene Patientenbroschüre „Augengesundheit & Diabetes“ hin.

Diese wurde vom BM für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) herausgegeben und in Zusammenarbeit mit der ÖOG konzipiert. Ziel der Broschüre sei es, möglichst viele Menschen zu erreichen, sie zu sensibilisieren und in leicht verständlicher Sprache zu informieren, so Univ.-Prof. Dr. Andreas Wedrich, Präsident der der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG).

„In Österreich leben rund 600.000 Menschen mit Diabetes mellitus, allerdings wissen etwa 20% (noch) nichts von ihrer Erkrankung. Die meisten Betroffenen stehen mitten im Berufsleben und sind durch eine Sehbeeinträchtigung aufgrund von Diabetes in Ihrer Erwerbstätigkeit und Lebensqualität massiv eingeschränkt. Diese Sehverschlechterung kann aber verhindert und behandeln werden, wenn sie rechtzeitig erkannt wird“, so Wedrich, der selber inhaltlich an der Broschüre mitgearbeitet hat.

Warnzeichen beachten

Neun von zehn Personen mit Typ-1 Diabetes und mehr als die Hälfte der Personen mit Typ-2-Diabetes leiden nach längerer Erkrankung unter diabetischen Netzhautveränderungen (diabetische Retinopathie). Betroffene bemerken im Anfangsstadium einer diabetischen Retinopathie meist nichts davon. Beachten sollte man folgende Warnzeichen: verzerrtes oder verschwommenes Sehen, plötzliche Sehverschlechterung, v.a. beim Nahsehen und „schwimmende Flecken“ im Sehfeld. Unbehandelter Diabetes kann außerdem früh zu grauem Star führen. Manche Diabetiker/innen entwickeln zudem als Spätfolge eine Augendruckerhöhung (Glaukom).

Erhebliche Defizite bei Langzeit-Versorgung von Diabetikern in Österreich

Wie eine aktuelle Studie der Universität Graz zur Qualität der Versorgung von Diabetikern in Österreich und England belegt, gibt es gerade bei der ambulanten Langzeit-Versorgung in Österreich erhebliche Defizite. Der Public Health Experte Florian Stigler fand heraus, dass in England die jährlich empfohlenen Untersuchungen der Augen von Diabetikerinnen und Diabetikern zu 75 Prozent erfüllt werden, hingegen in Österreich nur zu 39 Prozent. „Hier müsse man dringend ansetzen“, so Wedrich.

Vorsorge ist die beste Therapie

Je früher eine diabetische Netzhauterkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Diabetikerinnen und Diabetiker sollten ihre Augen daher zumindest ein Mal jährlich beim niedergelassenen Augenarzt kontrollieren lassen. Um Gefäßveränderungen der Netzhaut oder eine Schwellung der Netzhautmitte zu behandeln, stehen viele neue Medikamente zur Verfügung. Neueste groß angelegte internationale Studien zeigen, dass es in vielen Fällen zur bisher häufig verwendeten Laserbehandlung der Netzhaut auch eine medikamentöse Behandlungsalternative gibt. Diese schont das Netzhautgewebe und ermöglicht es dadurch, ein scharfes Sehen über Jahre zu erhalten.

Hausarzt und Internist behandelt Diabetes, Augenarzt die Folgen am Auge

„Wir sind sehr froh darüber, dass die vorliegende Broschüre in Kooperation mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und der Österreichischen Gesellschaft der Allgemeinmediziner (ÖGAM) entstanden ist, denn nur eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit sichert auch die optimale Behandlung des Patienten“, so Wedrich abschließend.

Die neue Broschüre „Augengesundheit & Diabetes“ liegt bei Ihrem Augenarzt auf bzw. kann online über das Broschürenservice des BMASGK bestellt werden: Broschüren Hotline +43 1 71100 - 86 25 25 oder per E-Mail: broschuerenservice@sozialministerium.at

Der Augenärzte-Kongress der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) ist die größte Veranstaltung seiner Art im Bereich der Augenheilkunde in Österreich. Mehr als 800 Teilnehmer, darunter Klinik- & Abteilungsleiter, Augenärzte, Orthoptisten, medizinisches Pflegepersonal und Assistenten aus den Augenarztpraxen nehmen daran teil.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG)
Die Österreichischen Augenärztinnen und Augenärzte
Ingrid Wallner, MBA
Tel.: 0664/300 82 86
Email: ingrid.wallner@augen.at
www.augen.at

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