Bohrn Mena: Enorme Qual bei Tiertransporten verhindern!

Liste Pilz kritisiert mangelndes Engagement der Ministerinnen und bringt Anfrage ein

Wien (OTS) - Tierschutzorganisationen dokumentieren massive Missstände bei Tiertransporten in Österreich, europäischen Nachbarländern und Drittstaaten. So wurde etwa der Transportweg von Kälbern aus Österreich über Kroatien bis in die Türkei nachverfolgt. Ebenso konnten die schrecklichen Bedingungen der Schlachtung in den Zielländern festgehalten werden. Die Liste Pilz stellt nun eine parlamentarische Anfrage an BM Köstinger und BM Hartinger-Klein.

„Alle wissen mittlerweile, dass es massive Missstände bei Tiertransporten gibt, fast wöchentlich beweisen Horror-Berichte die erschreckenden Zustände. Trotzdem reagiert die Regierung nicht: Weder wird die Anzahl der Kontrollen erhöht, noch ein Aktionsplan vorgelegt, wie man dem rollenden Missbrauch der Tiere ein Ende bereiten will. Österreich kommt dabei eine besondere Rolle zu, sowohl als Großexporteur von Zuchtrindern als auch als europäisches Haupttransitland.“, kritisiert Tierschutzsprecher Sebastian Bohrn Mena.

Österreich gilt als größter Exporteur von Zuchtrindern in Europa in Relation zur Rinderpopulation. Über 50.000 Zuchtrinder wurden 2017 exportiert, über 70% davon über die EU-Grenzen hinaus, u.a. in die Türkei, nach Usbekistan oder in den Iran. Dabei handelt es sich größtenteils um trächtige Tiere, die trotz der Umstände keine besondere Behandlung während des Transports erfahren. Generell sind bei Transporten außerhalb der EU in der Regel die Bedingungen katastrophal und widersprechen jeglichen Tierschutzbestimmungen.

„Es gibt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach die Transportbestimmungen der EU auch außerhalb der Grenzen noch Gültigkeit besitzen und eingehalten werden müssen. Durch trickreiche Konstruktionen versuchen Speditionen die Gesetze zu umgehen und muten den Tieren damit unerträgliche Qualen zu. Auch das ist aktenkundig und dennoch verabsäumt es die Regierung aktiv zu werden.“, so Bohrn Mena, der auch die jüngst diskutierte Einrichtung eines Untersuchungsausschusses im Europaparlament unterstützt.

Jährlich werden rund 80.000 Kälber von Österreich aus in andere EU-Länder exportiert. Dabei scheint die wirtschaftlich günstigeren Rahmenbedingungen in Ländern wie Tschechien, Spanien oder der Slowakei einer der Hauptgründe dafür zu sein, warum diese dort zunächst gemästet und nach einiger Zeit als Schlachtvieh in Drittstaaten verkauft werden. Im Rahmen einer Vor-Ort-Untersuchung konnten nachweislich österreichische Rinder (etwa anhand von Ohrmarken) auf Schifftransporten in Drittstaaten beobachtet werden.

„Wir können die Verantwortung für diese Zustände nicht an andere delegieren. Es sind Tiere aus Österreich und österreichische Firmen verdienen daran. Wir haben die Pflicht durch Kontrollen und andere Maßnahmen sicherzustellen, dass auf österreichischen Straßen die Mißhandlung von Tieren ein Ende findet. Dazu braucht es den politischen Willen, der bislang fehlt. Vielleicht können wir durch Druck von unten endlich etwas Bewegung bei den zuständigen Ministerinnen erzeugen“, so Bohrn Mena abschließend.

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