Bißmann/Bohrn Mena: Österreich bei Obst immer stärker von Importen abhängig

Liste Pilz fordert Regierung erneut zum Handeln auf, ÖVP & FPÖ lehnen Antrag ab

Wien (OTS) - Die am Freitag erschienene aktuelle Versorgungsbilanz für den pflanzlichen Sektor der Statistik Austria, zeigt dramatische Entwicklungen im Bereich der österreichischen Selbstversorgung mit Obst. Die Zahlen für das Wirtschaftsjahr 2016/2017 dokumentieren einen Produktionsrückgang von über 50%, nur 208.000 Tonnen Obst wurden geerntet. 

Der Selbstversorgungsgrad bei Obst sank daher auf einen Tiefstwert von rund 27%. Um den heimischen Bedarf zu decken, mussten zuletzt über 1,5 Millionen Tonnen Obst importiert werden. Dabei gehen alleine im Zuge von Lagerung, Transport oder Verpackung fast ein Viertel der Ernte oder über 50.000 Tonnen Obst jedes Jahr verloren.

 „Wenn wir inzwischen nur noch rund ein Viertel des Obstbedarfs in Österreich selbst decken können, dadurch noch stärker auf Importe angewiesen sind, dann müsste das eigentlich ein absolutes Alarmsignal für die Regierung sein. Doch die schweigt und lehnt Anträge ab, die eine Stärkung der Obstproduktion verlangen“, so die Umweltsprecherin der Liste Pilz Martha Bißmann und Ökonom Sebastian Bohrn Mena, der auch Tierschutzsprecher ist. 

Die Liste Pilz hatte bei der letzten Plenarsitzung einen von der SPÖ unterstützen Antrag eingebracht, in welchem sie die Regierung aufforderte, besonders die Obst- und Gemüseproduktion und die biologische Landwirtschaft sowie kleinbäuerliche Strukturen zu stärken. ÖVP, FPÖ und Neos lehnten den Antrag jedoch ab. Auch im Sinne des Klimaschutzes wäre eine Reduktion der Importe und eine Stärkung der heimischen Produktion wertvoll. 

„Es ist absurd: Die heimische Obstproduktion verschwindet mehr und mehr, während die Fleischproduktion ständig weiter ausgeweitet wird – und das, obwohl gerade Obst so wichtig für eine gesunde Ernährung wäre und unsere Obstbauern wahrlich jede Hilfe dringend benötigen würden, die sie von der Politik nur erhalten können. Sie haben sich unsere volle Unterstützung verdient“, appellieren Bißmann und Bohrn Mena an Ministerin Köstinger. 

Die gesunkene Verfügbarkeit von Obst führte im vergangenen Jahr auch zu einer deutlichen Reduktion des Konsums. Dieser sank um über 10% von 79 auf 70 Kilo pro Kopf. Die rund 3.900 Obstbauern, deren Zahl kontinuierlich sinkt, geraten dadurch immer mehr unter Druck, gerade auch angesichts der Konkurrenz aus dem Ausland. In der Steiermark, wo die überwiegende Zahl der Obstbauern beheimatet ist, ist die regionale Wirtschaft bedroht. 

„Wir fordern die Regierung erneut auf, sich nun endlich dieser dramatischen Entwicklung anzunehmen und zu reagieren. Es ist absolut unverständlich, wieso die Ministerin nicht endlich Konzepte vorlegt, wie unsere Obstbauern besser unterstützt werden können. Auch bessere Verfahren zur Reduktion der Verluste wären dringend gefragt. Es gibt viel zu tun in der Landwirtschaft, Frau Ministerin“, so Bohrn Mena und Bißmann abschließend.

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