BMASGK-Tagung: Altenpflege - Wie umgehen mit Wut, Ärger, Antipathie und Überforderung?

Expertinnen und Experten diskutieren zum Thema „Mut tut gut – Führungsqualität in konflikthaften Situationen bei der Begleitung alter Menschen“

Wien (OTS) - Das Zusammenleben mit alten Menschen bringt immer auch Meinungsverschiedenheiten, Auseinandersetzungen, Zwang und Aggressionen mit sich. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenpflege und betreuende Familienmitglieder stehen vor vielen Herausforderungen. heute diskutieren Expertinnen und Experten
am FH Campus Wien über Führungsqualität als Beitrag zur Gewaltprävention. ****

Einige der drängendsten Fragen, die sich bei der Begleitung alter Menschen stellen können, werden bei einer Tagung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz angesprochen: Wie kann mit Gefährdungssituationen oder mit Verweigerungshaltungen der betreuungsbedürftigen Menschen professionell umgegangen werden? Sollen Betreuerinnen und Betreuer angemessenen, sanften Zwang anwenden oder den Willen und die Ablehnung respektieren, auch wenn die professionelle Haltung dagegen spricht? Wie lässt sich im System Altenpflege Gewalt verhindern und Zwang vermeiden? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es und welche braucht es noch? Wie kann eine konstruktive und offene „Fehlerkultur“ entwickelt werden? Welche Bedeutung hat die Führungspersönlichkeit für eine möglichst aggressionsfreie Betreuungssituation?

Mut tut gut – gerade, wenn man stark sein muss

Hauptredner am Vormittag ist Dipl. Psych. Simon Groß, Direktor des RBS (Center fir Altersfroen) in Luxemburg. Er ist ein Vordenker der Altenpflegeszene im deutschsprachigen Raum, der mit seinem Vortrag dazu anregen möchte, das Phänomen Gewalt im Alter differenziert und enttabuisiert zu betrachten. Er bringt originelle und überzeugende Antworten auf die Frage, wie man in einem tragfähigen Team, das sich gegenseitig unterstützt und Kooperation vor Wettbewerb stellt, Geborgenheit finden kann. Seine Ausführungen beleuchten vor allem auch die Rolle der Führungskräfte und ihre Bewährung in Konfliktsituationen unter der Losung „Mut tut gut – gerade, wenn man stark sein muss“.

Würde und Lebensqualität

Der Nachmittag steht im Zeichen einer Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten aus der Praxis von Pflege und Betreuung sowie aus Justiz und Wissenschaft. Neben Simon Groß diskutieren MMag.a Michaela Schweighofer, Rechtsmittelrichterin am Landesgericht Linz, a.o. Univ. Prof. (i.R.) Dr. Josef Hörl, Soziologe und Sozialgerontologe, Andreas Mair, Heimleiter des Regionalaltenwohnheims Schwaz in Tirol und Ruth Weiskopf, Pflegedienstleiterin der Dornbirner Pflegeheime über Gefühle wie Wut, Ärger, Ekel oder Antipathie in der Altenpflege, Überforderungen, die an den Rand der Belastbarkeit führen, rechtliche Unsicherheiten bei der Betreuung älterer Menschen und die Obsessivität von Gewaltvorstellungen. Moderiert wird die Podiumsdiskussion „Mut tut gut – damit Betreuungs- und Pflegebeziehungen nicht entgleisen“ von Mag.a Petra Jenewein, Psychogerontologin, Leiterin des Demenz-Servicezentrums der Caritas Tirol.

Durch die Tagung führt Dr.in Margit Scholta, Soziologin, Gerontologin und Ehrenvorsitzende von Pro Senectute Österreich. Ihr Anliegen ist es, ein Bewusstsein für Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Würde der älteren Menschen schützen und deren Lebensqualität zu jeder Zeit, aber insbesondere beim Auftreten von Beeinträchtigungen oder Pflegebedürftigkeit sichern. (Schluss)

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