Gleiche Chancen für alle: AK Oberösterreich fordert eine bezahlte Weiterbildungswoche für alle

Linz (OTS) - Wissen veraltet schneller, Berufsbilder ändern sich. Mit der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung in den Betrieben steigt auch der Weiterbildungsbedarf der Beschäftigten. Auf diese Entwicklungen muss die Politik reagieren. Weiterbildung muss für alle Arbeitnehmer/-innen möglich und leistbar sein. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher die Einführung einer Woche bezahlter Weiterbildung pro Jahr für alle Beschäftigten, die das benötigen und wollen.

 

Die Erstausbildung reicht immer seltener aus, um den Anforderungen des heutigen Berufslebens gerecht zu werden. Laut einer aktuellen Studie der „Plattform für berufsbezogene Weiterbildung“ unter Führungskräften und Personalverantwortlichen aus 500 Firmen sehen sich nur neun Prozent der Betriebe als sehr gut für die Digitalisierung gerüstet, 90 Prozent sehen großen Bildungsbedarf im Bereich der digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter/-innen.

 

„Hier besteht akuter Handlungsbedarf“, appelliert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.  Denn Weiterbildung, Höherqualifizierung oder Umschulung ist nach wie vor meist Privatangelegenheit: „Die Chancen dazu bekommt derzeit nur, wer es sich zeitlich und finanziell leisten kann.“ Gut qualifizierte Mitarbeiter/-innen nehmen mehr als doppelt so häufig an Weiterbildung teil als gering qualifizierte. Diesen fehlt es besonders häufig an professioneller Beratung und Unterstützung durch den Arbeitgeber. Um zu verhindern, dass diese Schere künftig noch weiter auseinandergeht, braucht es dringend Maßnahmen, die allen Arbeitnehmern/-innen den Zugang zu Weiterbildung erleichtern – unabhängig von ihrer beruflichen oder sozialen Lage.

 

Die AK fordert daher das Recht auf regelmäßige Weiterbildung für alle, die das brauchen und die sich neu orientieren wollen. Umgesetzt werden soll die durch das Recht auf eine Woche bezahlte Weiterbildung pro Jahr für alle Beschäftigten. Bei längerfristigen Ausbildungen soll die Existenzsicherung durch Sicherung und Ausbau des Fachkräftestipendiums gesichert werden.Die neue Regierung will das Fachkräftestipendium „überprüfen“. Es ist daher keineswegs sicher, dass es das Stipendium künftig noch geben wird. „Das wäre keine gute Entwicklung, denn kaum ein Instrument zur Qualifizierung von Fachkräften im zweiten Bildungsweg ist so treffsicher wie das Fachkräftestipendium“, so Kalliauer.

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