Registerforschung muss in Österreich gesichert werden

Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen unterstützt Novelle des Forschungsorganisationsgesetzes

Wien (OTS/FWF) - Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen fordert bei der geplanten Freigabe von Daten für die Forschung („Registerforschung“) im Zusammenhang mit der neuen Datenschutzgrundverordnung eine Versachlichung der Diskussion. Forschungsdaten in den Wissenschaften unterliegen besonders hohen juristischen und ethischen Standards, die einerseits die Rechte von betroffenen Personen schützen und andererseits Transparenz in der Nachvollziehbarkeit, Reproduzierbarkeit und Weiterverwendung von Daten und Informationen sicherstellen.

Neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung tragen maßgeblich dazu bei, gegenwärtige wie zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. So sind beispielsweise in der Medizin Forschungen zu Krebs oder vielversprechende Therapieansätze bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur mit personenbezogenen Daten wie bisher zielführend. Aber auch in Bereichen wie der Umweltforschung – Stichwort „Trinkwasserqualität“ – oder in den Sozialwissenschaften bei Studien etwa zur Erhebung von Einkommensunterschieden, Mietentwicklungen oder Lebensformen usw. sind Daten und deren Vergleichbarkeit zwingend notwendig.

Die von den Mitgliedern der Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen repräsentierte Forschung steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten zum Wohle der Allgemeinheit. Die Allianz sieht die absolute Notwendigkeit der wissenschaftlich fundierten Anonymisierung der Daten für die wissenschaftliche Nutzung.

Im vorliegenden Novellierungsentwurf des Forschungsorganisationsgesetzes ist die Balance zwischen grundlegendem Recht auf Datenschutz und den erforderlichen Grundlagen für wissenschaftliche Forschung gewährleistet. Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen appelliert daher an die Abgeordneten zum Nationalrat, die vorgesehene Änderung im Sinne des Wissenschaftsstandortes Österreich wie vorgeschlagen zu beschließen und die Registerforschung sicherzustellen.

Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen

Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen ist eine Plattform für den regelmäßigen Dialog zu Fragen der Wissenschaftspolitik. Mitglieder der Allianz sind Eva Blimlinger (Österreichische Universitätenkonferenz), Thomas Henzinger (Institute of Science and Technology Austria), Antonio Loprieno (Österreichischer Wissenschaftsrat), Helga Nowotny (ad personam), Klement Tockner (FWF Der Wissenschaftsfonds) und Anton Zeilinger (Österreichische Akademie der Wissenschaften). Sprecher der Allianz ist Klement Tockner vom FWF.

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