Vana/Dziedzic: „Keine Aufweichung der Istanbul Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen“

Abkommen rasch und vollständig in allen EU-Staaten umsetzen

Wien/Brüssel (OTS) - Mit scharfen Worten kritisieren die Grünen eine Initiative von konservativen Organisationen, die Teilnehmerstaaten an der Istanbul Konvention das Recht einräumen wollen, nur Teile des Abkommens umzusetzen.

Monika Vana, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament betont: „Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein abscheuliches Verbrechen, von dem in der EU ein Drittel aller Frauen betroffen sind. Das entspricht 62 Millionen Frauen. Die Istanbul Konvention ist ein unverzichtbares, internationales Instrument, um Gewalt gegen Frauen effektiv zu bekämpfen. Ausnahmen von der Istanbul Konvention zu fordern, ist ein übler Versuch, Gewaltverbrechen zu verharmlosen und letztlich auch Frauenrechte mit Füßen zu treten. Die Europäische Union war schon immer Vorreiterin für die Rechte von Frauen und wird dieser verantwortungsvollen Rolle auch weiterhin gerecht werden."

Die Grüne Bundesrätin und Sprecherin der Grünen Frauen Österreichs, Ewa Dziedzic zeigt sich besorgt: „Die Situation von Frauen im vermeintlich sicheren Österreich ist alarmierend. Jede dritte Frau ist von Gewalt betroffen. 35 Prozent der Frauen in Österreich haben seit ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Belästigung und 38 Prozent psychische Gewalt durch ihren (Ex-)Partner erlebt. Jährlich werden 20-25 Frauen durch ihre eigenen (Ex-)Partner oder Familienmitglieder ermordet und häusliche Gewalt wird in vielen Fällen totgeschwiegen. Diese Zahlen dürfen nicht negiert werden, der Auftrag an die Politik ist mehr als klar."

Die Grünen fordern einmal mehr eine Aufstockung der Budgetmittel für den Gewaltschutz, die aktuelle österreichische Bundesregierung scheint das weitreichende Problem jedoch nicht entsprechend ernst zu nehmen. "Da braucht es mehr Druck und noch mehr Bewusstseinsbildung. Die Istanbul Konvention ist die beste Waffe, um Frauen zu schützen und Verbrecher europaweit zu bestrafen, weshalb wir den gemeinsamen Brief der European Women Lobby unterstützen, der sich gegen die Initiative wendet, die diese wichtige Konvention in Frage stellt“, so Dziedzic und Vana abschließend.

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Mag. Dominik Krejsa, MA
Pressesprecher Dr. Monika Vana, MEP
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