"BEVÖLKERUNG IM WANDEL – AUSWIRKUNGEN AUF WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT"

"Österreich-Bild am Sonntag" aus dem Landesstudio Niederösterreich am Sonntag, 15. April 2018, 18.25 Uhr, ORF 2

St. Pölten (OTS) - Wie wird sich die Bevölkerung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern, und welche Auswirkungen hat das auf die Gesellschaft und Wirtschaft?
Dieser Frage geht das Österreich Bild aus dem ORF Landesstudio NÖ (Gestaltung: Manuela Matl, Kamera: Helmut Muttenthaler, Andreas Kotzmann, Ossi Denkmayr, Günther Harather) nach.

Drei Schwerpunkte werden beleuchtet: die steigende Lebenserwartung, die Herausforderungen des ländlichen Raums und die Migration. Sie alle haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Bevölkerung in Österreich und damit auch in Niederösterreich.

So wird laut Prognosen der Statistik Austria die klassische Bevölkerungspyramide ihre starke Basis an Jungen (unter 20) verlieren, an der Spitze wird sich die Zahl der Alten (65+) verdreifachen. Barrierefreiheit wird in Zukunft also eine noch viel größere Bedeutung erlangen, damit die steigende Zahl an älteren Menschen sich auch künftig frei bewegen kann. Im Tourismus stellt man sich bereits darauf ein. So hat die Wirtschaftsagentur "Eco Plus" einen Demografie-Fördercall ins Leben gerufen, einen Wettbewerb für besonders engagierte Tourismuseinrichtungen, die sich auf die Herausforderungen der Zukunft schon jetzt vorbereiten. Zudem gibt es Firmen, die gerne ältere Arbeitnehmer beschäftigen, und dafür auch gute Gründe haben, wie etwa mehr Erfahrung und deren Bereitschaft, Überstunden zu machen.

Ein weiterer Trend ist der Zuzug vieler Menschen in die Ballungszentren. In Niederösterreich lockt der Großraum Wien Menschen an, Teile des Wald- und Mostviertels gelten als Abwanderungsregionen. Doch auch hier bilden sich verschiedene Initiativen, wie etwa "Wohnen im Waldviertel", eine Plattform von 56 Gemeinden, die gemeinsam Wohnraum vermarkten. Die kleine Gemeinde Bad Großpertholz verzeichnet seit kurzem eine Trendwende, es gibt mehr Geburten und man versucht die Menschen mit Kinderfreundlichkeit, günstigen Wohnmöglichkeiten und einer schnellen Internetverbindung zu halten. Immer mehr junge Familien nutzen das.

Breitbandinternet gilt neben Kanal, Strom und Straßen als vierter wichtiger Teil der Infrastruktur. Das Land Niederösterreich baut in vier Pilotregionen schnelle Internetverbindungen, um so etwa Telearbeitsplätze zu schaffen und die Abwanderung zu stoppen. In einer ersten Stufe sollen so 340.000 Haushalte erreicht werden, bis 2026 sollen bis zu 95 Prozent aller Haushalte an ein leistungsfähiges Netz angebunden sein.

Migration, ein immer wieder kontroversiell diskutiertes Thema, ist laut Experten wie Thomas Fent vom Demografieinstitut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für die Wirtschaft wichtig. Ohne Zuwanderung würde nicht nur die österreichische Bevölkerung schrumpfen, zahlreiche Arbeitsfelder wie die 24-Stunden-Pflege, die Reinigungs- oder Baubranche würden ohne sie zusammenbrechen. Fent sieht Länder wie Kanada, die USA oder Neuseeland als Vorbild, da sie bei Zuwanderern stark auf deren Qualifikationen achten.

Mit verschiedenen Projekten versucht man zudem seriöse Informationen zum Thema Migration zu bieten, wie etwa bei "Querfeldein angesprochen", einer Vortragsreihe der Leaderregion Weinviertel Ost. Hier diskutieren Experten mit Menschen aus der Region über ihre Ängste und Probleme. Und in einem eigens gestalteten Video, in dem Menschen aus 57 Nationen zu "Happy" von Pharrell Williams tanzen, will die Plattform Flüchtlingshilfe Mistelbach zeigen, dass eine pluralistische Gesellschaft nicht nur in Großstädten funktionieren kann, sondern auch in einer kleinen Bezirkshauptstadt im Weinviertel.

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