70 Jahre WHO: Kinderliga so wie WHO für Gesundheitsversicherung für alle und fordert Kinderkostenstudie und Bundeskinderbeirat.

Den Weltgesundheitstag am 7. April nimmt die Österreichische Kinderliga zum Anlass, mehr Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche und die dafür notwendigen Maßnahmen einzufordern.

Wien (OTS) - Am 7. April 1948 wurde die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründet. Dieser Tag ist seither Weltgesundheitstag, den die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) alljährlich zum Anlass nimmt, auf Missstände in der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich aufmerksam zu machen und konkrete Forderungen zu formulieren.

Dem Jahresthema 2018 der WHO „Universal Health Coverage: Everyone, everywhere“ – Gesundheitsversicherung für alle und überall - schließt sich die Kinderliga an und sieht in den Forderungen der WHO - http://www.who.int/campaigns/world-health-day/2018/en/ - auch einen wichtigen Schritt zur schon lange geforderten Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche in Österreich. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung muss allen Kindern und Jugendlichen gleichberechtigt möglich sein, auch jenen etwa 300.000 Kindern und Jugendlichen, die in Armut oder in Armutsgefährdung leben. Die untersten sozialen Schichten weisen die schwersten Krankheiten auf und sind gleichzeitig mit der geringsten Lebenserwartung ausgestattet. „ Es darf in einem reichen Land wie Österreich nicht sein, dass Familien überlegen müssen, ob sie sich die Behandlung für ihr krankes Kind überhaupt leisten können oder mit dem wenigen Geld zuerst die Grundbedürfnisse abdecken müssen“, sagt Mag.a Caroline Culen, klinische Psychologin und fachliche Geschäftsführung der Kinderliga. Für manche chronische Erkrankungen oder auch für psychische Auffälligkeiten, von denen bereits 20 % der Kinder und Jugendlichen in Österreich betroffen sind, gibt es keine flächendeckende medizinisch-therapeutische Versorgung. Therapieangebote für Kinder müssen zum Teil noch immer zur Gänze oder zumindest ein Selbstbehalt privat finanziert werden. Konkret fordert die Kinderliga daher einmal mehr:

  • Österreichweit flächendeckende und kassenfinanzierte Therapieangebote ohne Selbstbehalt
  • Keine Selbstbehalte auf Heilbehelfe von Kindern
  • Gleichberechtigter Zugang zu bestmöglicher Behandlung für alle Kinder und Jugendliche
  • Erleichterungen für chronisch kranke Kinder im Schulbetrieb 

Eine weitere Forderung der Kinderliga an die Bundesregierung ist die im Wahlkampf versprochene und bis heute nicht erfolgte Erstellung einer unabhängigen Kinderkostenstudie zur Erhebung der aktuellen finanziellen Aufwendungen für Familien. Die letzte Kinderkostenanalyse stammt aus 1964. Die darin erhobenen Daten entsprechen in keinster Weise mehr der aktuellen Ausgabensituation der Haushalte mit Kindern. “Nur wenn die finanzielle Lage von Familien neu erfasst wird, können familien- und gesundheitspolitische Maßnahmen für mehr Chancengerechtigkeit der Realität entsprechend geplant und umgesetzt werden“, ist Culen überzeugt. Beratend, begleitend und mahnend könnte hier ein von der Kinderliga bereits im Herbst 2017 geforderter Bundeskinderbeirat (in Anlehnung an den bestehenden Bundesseniorenbeirat) agieren.

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