NEOS: Kopftuchverbot alleine löst Versäumnisse bei Integration nicht

Matthias Strolz: „Ja, wir brauchen einen Islam europäischer Prägung. Ich erwarte mir hier mehr Engagement der Glaubensgemeinschaft.“

Wien (OTS) - „Mit Bekleidungsvorschriften und -verboten müssen wir in einer liberalen Demokratie immer vorsichtig sein. Wir werden uns den Gesetzesvorschlag der Regierung anschauen. Eines ist jedoch klar: Symboldebatten können niemals eine ernsthafte Integrationspolitik ersetzen,“ kommentiert NEOS-Vorsitzender Matthias Strolz den Vorstoß von Kanzler und Vizekanzler, ein Kopftuchverbot für Kinder an Kindergärten und Volksschulen einführen zu wollen. „Im Mittelpunkt stehen für NEOS immer die Chancen der Kinder. Hier gilt es anzusetzen! Die Bundesregierung darf sich nicht hinter populistischen Zügen verstecken, während sie echte Integrationsarbeit durch Mittelkürzungen erschwert,“ fordert Strolz.

NEOS weisen schon seit langem auf die schwerwiegenden Probleme hin, die es an Schulen gibt. „Junge Mädchen dürfen niemals dazu genötigt werden, ein Kopftuch zu tragen. Genauso wenig ist Mobbing wegen eines Kopftuches zu tolerieren. Hier müssen wir glasklar sein“, so der NEOS-Vorsitzende. Allerdings wird ein Kopftuchverbot allein nicht die schwerwiegenden Probleme bei der Integration im Bildungsbereich lösen: „Die Schulen müssen die Möglichkeit und die nötigen Mittel erhalten, um die Probleme direkt angehen zu können. Dazu braucht es etwa mehr Mittel, um etwa Sozialarbeiter anzustellen, die bei der Integration und der Vermittlung echte Unterstützung leisten können. Auch die Eltern müssen in Zukunft viel stärker in die Pflicht genommen werden.“ In diesem Zusammenhang sei auch ein gemeinsamer Religionen- und Ethikunterricht dringend notwendig - um hier von Beginn an für eine echte Aufklärung und gegenseitiges Verständnis zu sorgen.

Zugleich fordern NEOS einen Integrationsgipfel, der Expert_innen, Stakeholder und Betroffene im Bildungs- und Integrationsbereich an einen Tisch bringt. Dieser Gipfel soll den Auftakt für einen lösungsorientierten Prozess bilden, bei dem auch die staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften einzubinden sind. „Ja, wir brauchen einen Islam europäischer Prägung. Ich erwarte mir hier auch ein entschlosseneres Auftreten der islamischen Glaubensgemeinschaft für ein Religionsverständnis und eine Religionspraxis, die mit unseren europäischen Grundwerten in Einklang stehen - insbesondere  was die Gleichwertigkeit von Frau und Mann, die Rechtsstaatlichkeit über religiösen Regeln sowie die Religionsfreiheit betrifft“, so Strolz abschließend.

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