SOS Mitmensch: Wichtige Aussage von Verteidigungsminister Kunasek

„Wir alle wissen, dass der Islam selbstverständlich zu Österreich gehört“

Wien (OTS) - SOS Mitmensch begrüßt die Aussage von Verteidigungsminister Mario Kunasek in der „Presse“, wonach „wir alle wissen, dass der Islam selbstverständlich zu Österreich gehört“. Kunasek hebt sich mit seiner Aussage deutlich von Vizekanzler und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache ab, der zuletzt im Interview mit „Heute“ die Frage, ob der Islam zu Österreich gehöre, verneinte.  

„MuslimInnen sind ein wichtiger Teil der österreichischen Gesellschaft. Sie sind aus Österreich nicht wegzudenken. Es ist begrüßenswert, dass das jetzt auch eine prominente Stimme in der FPÖ ausspricht und damit der bisherigen radikalen Ausgrenzungsstrategie der Parteiführung entgegentritt“, so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch. 

Pollak betont, dass Österreich ohne volle Anerkennung und Teilhabe der hier lebenden Musliminnen und Muslime keine gut funktionierende Demokratie sei. „Klar ist, dass es, so wie bei anderen Religionen auch, eine differenzierte Sicht auf unterschiedliche Strömungen, die sich auf den Islam berufen, braucht. Fundamentalismus und religiöse Gewaltgruppierungen sind strikt abzulehnen. Es gilt Allianzen mit den hier lebenden Musliminnen und Muslimen gegen solche Strömungen zu bilden, anstatt, wie bisher viel zu oft der Fall, die Menschen nach Herkunft und Religionszugehörigkeit auseinanderzudividieren“, so Pollak. 

Hintergrundwissen: Die Geschichte der Besiedelung Österreichs durch MuslimInnen reicht in das 19. Jahrhundert zurück. Ab 1878 stand Bosnien-Herzegowina, wo rund 600.000 MuslimInnen lebten, unter österreichisch-ungarischer Herrschaft. Im Jahr 1912 wurde von der österreichisch-ungarischen Monarchie das Islamgesetz erlassen, welches den Islam als Religionsgemeinschaft anerkannte. Zu dieser Zeit lebten in Wien rund 1.000 MuslimInnen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kamen MuslimInnen als MigrantInnen nach Österreich. Am 15. Mai 1964 wurde ein Anwerbeabkommen zwischen Österreich und der Türkei unterzeichnet, um den Arbeitskräftemangel in Österreich auszugleichen und den Wirtschaftsaufschwung in Gang zu halten. 1964 lebten etwa 8.000 MuslimInnen in Österreich. Bis 1991 stieg die Anzahl auf über 150.000 an. Mit dem kriegerischen Zerfall Jugoslawiens flohen auch zahlreiche MuslimInnen, vor allem aus Bosnien, nach Österreich. Bis 2001 stieg die muslimische Bevölkerung in Österreich auf über 330.000 an. Nach 2001 kamen muslimische Flüchtlinge aus Afghanistan, der Russischen Föderation, dem Irak, Pakistan und Syrien nach Mitteleuropa. Heute leben laut Schätzungen etwa 700.000 MuslimInnen in Österreich. Das sind knapp 8 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung.

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