Kaske: Bei AMS-Reform ArbeitnehmerInnen-Interessen miteinbeziehen

Fehlinterpretation beim Thema steigende Beschäftigung und Integration

Wien (OTS) - „Die Regierungspläne, wie sie heute von Vizekanzler und Sozialministerin vorgestellt wurden, haben eine eindeutige Schlagseite Richtung Unternehmen“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. „Wenn nur die Bedürfnisse der Unternehmen berücksichtigt und Arbeitssuchende als Qualifikanten auf Abruf behandelt werden, ist das sicher zu kurz gegriffen.“ Es genüge eben nicht, nur die Anforderungen der Unternehmen als Qualifizierungsmaßstab zu nehmen, es gelte auch bereits vorhandene Kompetenzen und Talente der Arbeitssuchenden in ausreichendem Maße zu berücksichtigen. „Dieses Vorhaben der Regierung zeigt, wie wichtig es ist, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Stimme im Verwaltungsrat des AMS haben und mitgestalten und mitbestimmen können“, so Kaske.

Es ist erfreulich, dass erkannt wurde, dass Aus- und Weiterbildung wichtig ist. Dafür braucht es aber weitere Investitionen in die Qualifizierung. Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist es wichtig, dass Menschen eine breite und gute Ausbildung machen können. Bei der Ermittlung des Weiterbildungsbedarfes ist natürlich darauf zu achten, dass die Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt verwertbar ist. Die Verantwortung für ausschließlich betriebsspezifische Qualifizierung liegt jedoch vor allem bei den Unternehmen selbst. „Die AK hat bereits Ideen für eine verbesserte Unterstützung bei Aus- und Weiterbildung entwickelt. Dieses Konzept des Qualifizierungsgeldes würden wir gerne mit den politisch Verantwortlichen diskutieren“, erklärt Kaske.

Der Verwaltungsrat des AMS hat in der Vergangenheit bereits immer wieder seine Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Der Vorwurf, diese Struktur wäre zu wenig effektiv, ist nicht richtig. Allein in den Zeiten der Krise 2008/09 wurden mit den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen viele Arbeitsplätze erhalten, wie zB durch Kurzarbeit, die rasch und partnerschaftlich auf die Beine gestellt wurde. Dass das AMS bei seiner Arbeit erfolgreich ist, bestätigen auch die OECD oder ExpertInnen der Europäischen Arbeitsmarktverwaltungen.

Die Einsparungen beim Integrationsjahr mit der zunehmenden Beschäftigung von ausländischen ArbeitnehmerInnen zu begründen, verwundert. Hier geht es um ganz andere Personengruppen. Die Zunahme der Beschäftigung geht vor allem auf EinpendlerInnen aus dem EU Raum zurück und nicht auf Flüchtlinge. Deren Integration in den Arbeitsmarkt ist nach wie vor eine Herausforderung, die mit ausreichenden Maßnahmen wie Deutschkursen, Kompetenzchecks und Qualifizierungen unterstützt werden muss.

„Für Verbesserungen bei der Vermittlung sind wir gerne wie immer kompetente Partner. Dafür braucht das AMS mehr und nicht weniger Personal“, erklärt Kaske.

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