Antraglose Arbeitnehmerveranlagung: Kritik an BMF für Neuregelung der Spendenabsetzbarkeit

Fundraising Verband fordert von Finanzminister Löger jetzt zu handeln, um unnötige Bürokratie und Ineffizienzen zu beseitigen.

Finanzminister Löger hat es in der Hand, durch eine rasche Endbürokratisierung bei der Datenweiterleitung, eine bessere Aufklärungsarbeit für Spender und Spendenorganisationen und einen Kostenersatz für den immensen Mehraufwand für NPOs einen Schaden für das Österreichische Spendenwesen zu verhindern. Im Namen der Spendenorganisationen appellieren wir an das BMF, Österreichs Spender nicht auf ihren Steuervorteil warten zu lassen.
Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verband Austria - Dachverband Österreichs Spendenorganisationen

Wien (OTS) - Mit der Arbeitnehmerveranlagung für 2017 kommt die im Vorjahr eingeführte Neuregelung der Spendenabsetzbarkeit zurzeit erstmals zur Anwendung. Spendenorganisationen wurden damit verpflichtet, Spenderdaten zu sammeln und an die Finanzbehörden weiterzuleiten. Bis in den Herbst 2017 sahen sich Organisationen jedoch mit einer unzureichend funktionierenden und ineffizienten technischen Infrastruktur zur Datenweiterleitung konfrontiert. Kleinere NPOs scheitern noch jetzt an den viel zu komplexen technischen Anforderungen des BMF. Der Fundraising Verband Austria fordert von BM Löger eine rasche Lösung, damit Österreichs Spender nicht auf ihren Steuervorteil warten müssen.

Durch die Änderungen im Rahmen der antraglosen Arbeitnehmerveranlagung können die Österreicher ihre Spenden nicht mehr selbst in der Steuererklärung geltend machen. Dies übernehmen die Spendenorganisationen, die vom BMF verpflichtet wurden, die Daten ihrer SpenderInnen zu sammeln und verschlüsselt an die Finanzbehörden weiterzuleiten. Tausende betroffene Organisationen in Österreich sahen sich dadurch mit einem immensen Mehraufwand konfrontiert, der durch die monatelang nicht funktionstüchtige und insbesondere für kleine NPOs bis heute viel zu komplexe technische Infrastruktur des BMF noch vervielfacht wurde. Anstatt frühzeitig auf Erfolge zu verweisen, fordert der Fundraising Verband Austria von Finanzminister Löger, endlich auf die Ineffizienzen und Doppelgleisigkeiten im bestehenden Datenübermittlungssystem einzugehen und den unnötigen bürokratischen Aufwand für die NPOs in Millionen-Höhe einzudämmen. Nur so können sich Spendenorganisationen wieder auf das Wesentliche, ihre sozialen Anliegen und Aufgaben, konzentrieren.

Um das System zur Spenderdatenübermittlung zu verbessern, hat der Fundraising Verband Austria bereits zahlreiche technische, juristische und administrative Vorschläge beim BMF vorgelegt, stieß jedoch bislang auf keine Gesprächsbereitschaft seitens BM Löger.

 Finanzminister Löger hat es in der Hand, durch eine rasche Endbürokratisierung bei der Datenweiterleitung, eine bessere Aufklärungsarbeit für Spender und Spendenorganisationen und einen Kostenersatz für den immensen Mehraufwand für NPOs einen Schaden für das Österreichische Spendenwesen zu verhindern. Im Namen der Spendenorganisationen appellieren wir an das BMF, Österreichs Spender nicht auf ihren Steuervorteil warten zu lassen.“, so Geschäftsführer Günther Lutschinger, der sich an das Chaos rund um die Einführung der Registrierkassa erinnert fühlt.

Zusätzlich erschwert wird die Arbeit der Spendenorganisationen durch die viel zu spät gestartete Informationskampagne des BMF. Spendenorganisationen und der Fundraising Verband warnten das BMF bereits im Vorjahr vor der steigenden Verunsicherung unter den SpenderInnen, die das Sammeln der notwendigen Spenderdaten erschwerte. Bis jetzt fühlt sich ein Teil der SpenderInnen schlecht informiert.

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