Ernennung von rechtsradikalem Uniratsmitglied

Lehrende & Studierende kündigen Widerstand an

Graz (OTS) - Der Unmut unter Studierenden und Lehrenden der Grazer Karl-Franzens-Universität ist groß. Am 20. April, ironischerweise ausgerechnet an Hitlers Geburtstag, soll die Angelobung von Alois Gruber für den Universitätsrat stattfinden. Gruber ist Mitglied der, vom DÖW als rechtsradikal eingestuften, Burschenschaft Armina Czernowitz zu Linz, die 2011 zuletzt für einen medialen Aufschrei sorgte, als sie abgewandelte NS-Propaganda nutzte, um für einen Vortrag zu werben. 

Lehrende und Studierende fordern das designierte Uniratsmitglied nun auf, sich öffentlich zu äußern und sich den kritischen Fragen von Personal und Studis der KFU zu stellen. Die ÖH der Uni Graz stellt Gruber ein Ultimatum: wenn er bis zum 15.04.2018 nicht öffentlich Stellung bezogen hat, soll er freiwillig vom wichtigen Posten des Universitätsrates zurücktreten.

Michael Ortner aus dem ÖH-Vorsitz sagt dazu: “Vielfalt wird an der KFU groß geschrieben. Für uns als Studierendenvertretung ist es komplett inakzeptabel, dass Herr Gruber sich weiterhin nicht von den Aussagen seines Lebensbundes distanziert. Seine Burschenschaft verherrlicht öffentlich SS-Mitglieder und Herr Gruber hält es nicht für nötig, sich dazu zu äußern. Da ist es denke ich selbstverständlich, dass wir große Zweifel haben, ob er für diesen wichtigen Posten an unserer Menschenrechtsuni geeignet ist.”

Auch Lehrende der Universität stehen der Personalie Gruber mehr als kritisch gegenüber. In einer, von ihm gestarteten, Petition fordert KFU-Professor Dr. Fleck Gruber auf, Rede und Antwort zu stehen.

“Aufmerksame Beobachter und Beobachterinnen der Szene, wie das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes,” so Professor Fleck,  “berichten von Deklarationen und Aktionen der Linzer Burschenschaft, die es berechtigt erscheinen lassen, Zweifel an ihrer demokratischen Haltung, Ablehnung von Rassismus und Distanzierung von NS-Verherrlichung zu hegen.”

“Sollte Herr Gruber sich weiterhin weigern sich zu äußern,” resümiert Anna Slama aus dem ÖH-Vorsitz, “gibt es für uns nur eine mögliche Konsequenz: Herr Gruber muss zurücktreten und den Platz freimachen, für jemanden, die oder der sich mit den Zielen und Grundsätzen der KFU identifiziert. Die Wahrung der Menschenrechte, Nicht-Diskriminierung und Chancengleichheit sind der Kern unserer Institution - und so soll das auch bleiben.

Die Universitätsangehörigen kündigen an, ihrer Forderung, am Mittwoch den 12.04, um 13 Uhr, mit einer kreativen und bunten Aktion vor dem Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität, Gehör zu verschaffen.

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