Effektivität von Antibiotika bewahren

Je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto drastischer das Vorkommen von Resistenzen. Lösungen zur Verbrauchssenkung sind notwendig.

Gerade vor dem Hintergrund, dass laut einer Studie der Gesamtverbrauch der Antibiotika bis zum Jahr 2030 weltweit um bis zu 200 Prozent steigen könnte, müssen wir alles daran setzen, dass Antibiotika auch in Zukunft ihre Wirkung nicht verlieren
Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig

Wien (OTS) - Antibiotika sind eine große Errungenschaft der Medizin. Durch sie können bakteriell verursachte Infektionskrankheiten wirksam geheilt werden. Aber je häufiger sie  eingesetzt werden, umso öfter kommt es zu Resistenzen. „Gerade vor dem Hintergrund, dass laut einer Studie der Gesamtverbrauch der Antibiotika bis zum Jahr 2030 weltweit um bis zu 200 Prozent steigen könnte, müssen wir alles daran setzen, dass Antibiotika auch in Zukunft ihre Wirkung nicht verlieren“, kommentiert Pharmig Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber eine kürzlich erschienene Publikation des Center for Disease Dynamics, Economics & Policy (CDDEP).

In Österreich ist der Antibiotikaverbrauch laut Studie im untersuchten Zeitraum 2000 bis 2015 zwar lediglich um 15 Prozent gestiegen, aber resistente Bakterien halten sich nicht an Ländergrenzen. Sie sind ein globales Problem, das nur über Länder, Branchen und Organisationen hinweg gelöst werden kann. „Diesen Weg geht beispielsweise die AMR Industry Alliance, an der länderübergreifend Unternehmen, Institutionen und Organisationen beteiligt sind“, zeigt Huber auf. Vorrangiges Ziel ist, die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen nachhaltig zu vermindern. In Österreich wurde der seit 2013 eingesetzte nationale Aktionsplan NAP-AMR aktuell überarbeitet, als Basis dienten die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen des Europäischen Aktionsplans aus Juni 2017.

„Umfassende Aufklärung über den sachgerechten Gebrauch von und den Umgang mit Antibiotika ist eine der wichtigsten Maßnahmen. Hier haben wir in Österreich noch Aufholbedarf“, so Huber. Auch Impfungen können dabei helfen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren: Wer zum Beispiel gegen Influenza geimpft ist und gar nicht erst erkrankt, vermindert das Risiko einer bakteriellen Infektion und benötigt also keine Antibiotika.

Weltweit wird in der Antibiotikaentwicklung intensiv an neuen Produktklassen geforscht. Derzeit befinden sich zehn Antibiotika in der späten klinischen Entwicklung. Zusätzlich wird an 13 klinischen bakteriellen Impfstoffkandidaten, 18 AMR-relevanten Diagnostika sowie weiteren präventiven Therapien gearbeitet.

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