SJ-Herr zu Lehrlingsmonitor: Ergebnisse zu Überstunden sind schockierend

„Lehrlinge brauchen eine Vertretung im Betrieb, die darauf schaut, dass das Lernen an erster Stelle steht.“

Wien (OTS) - „Die Ergebnisse des Lehrlingsmonitors zeigen uns, dass Lehrlinge in vielen Betrieben leider immer noch als billige Hilfskräfte gesehen werden“, so Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreich. „Lehrlinge sind im Betrieb um zu lernen, und darauf muss stärker geachtet werden. Eine wichtige Funktion haben hier die gewählten Jugendvertrauensräte, die sich für Ausbildungsqualität und ein gutes Betriebsklima für Lehrlinge einsetzen.“ Die Schwarz-Blaue Regierung erklärt in ihrem Regierungsprogramm, Jugendvertrauensräte abschaffen zu wollen. Im Gegenzug sollen Betriebsräte schon mit 16 Jahren gewählt werden. Betriebsräte sind aber in den meisten Fällen keine Jugendlichen und nicht auf die Situation von Lehrlingen spezialisiert. Außerdem werden sie nur alle fünf Jahre gewählt, während die meisten Lehrberufe in Österreich drei Jahre lang dauern.

„Lehrlingen unter 18 Jahren Überstunden anzuschaffen ist verboten. Der Lehrlingsmonitor zeigt uns, dass trotzdem jeder Dritte Überstunden machen muss, und ein Drittel davon wird nicht einmal dafür bezahlt!“ kritisiert Herr. „Hinzu kommt, dass jeder dritte Lehrling häufig Aufgaben übernehmen muss, die nichts mit seiner Ausbildung zu tun haben. Es braucht stärkere Kontrollen und stärkere Sanktionen bei unerlaubten Überstunden. Die Ausbildung muss im Mittelpunkt stehen,“ so Herr abschließend.

Der Lehrlingsmonitor der Österreichischen Gewerkschaftsjugend befragt Lehrlinge zu ihrer Situation in Schule und Betrieb. 2017 wurden rund 6000 Lehrlinge befragt.

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