Anschluss, Krieg & Trümmer

Salzburg und sein Museum im Nationalsozialismus

Salzburg (OTS) - 2018 – Ein Jahr des Gedenkens und Erinnerns: 80 Jahre ist es her, dass Österreich im Jahr 1938 Teil des nationalsozialistischen Deutschen Reichs wurde. Aus diesem Anlass widmet sich das Salzburg Museum der Geschichte Salzburgs zwischen 1938 und 1945. Inhaltlich rückt die Ausstellung dabei das Salzburg Museum – damals Museum Carolino Augusteum – und seine Akteure im Nationalsozialistischen Salzburg in den Fokus.

Neben der Geschichte, dem Schicksal und der Rolle des Museums, werden die beruflichen Biografien und Netzwerke von MuseumsmitarbeiterInnen während der Kriegsjahre analysiert. Die Ausstellung kontextualisiert die eigene Institutionsgeschichte dabei in der Geschichte und Kultur Salzburgs sowie mit der Entwicklung des Zweiten Weltkriegs.

Die Ausstellung im Salzburg Museum beschäftigt sich mit Museumsereignissen zwischen 1938 und 1945: ausgehend vom „Anschluss“ Österreichs, über die Kriegsjahre bis hin zur Zeit nach dem Nationalsozialismus. Thematisch behandelt werden Geschenke aus der Sammlung des Museums an Hermann Göring und Adolf Hitler 1938, Ausstellungsprojekte und programmatische Schwerpunkte während des Krieges, die Evakuierung des Bestandes und schließlich auch die Zerstörung sowie die Auflösung des Museums im Herbst 1944. Begleitend wird die Rolle der handelnden Personen analysiert: Wie wurde damals in Bezug auf die nationalsozialistische Propaganda gearbeitet? Welchen Einfluss hatte die Zeit auf Veröffentlichungen sowie Forschungs-, Sammlungs- und Ausstellungstätigkeiten des Museums? Die persönlichen Kontakte und fachlichen Netzwerke von MitarbeiterInnen, Brüche und Kontinuitäten ihrer Karrieren vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg werden thematisiert.

Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse der wissenschaftlichen Recherche in einer installativen Zusammenführung von Kunstwerken (Sammlungsobjekten), von Publikationen, persönlichen und institutionellen Materialien, Dokumenten und Fotografien sowie von Chronologien und Biografien. Auch die Thematik des Salzburgfilms im Nationalsozialismus wird in der Ausstellung aufgegriffen. Gezeigt werden Filmausschnitte aus „Salzburg, die Mozartstadt“ (1939), „Anton der Letzte“ (1939), „Wen die Götter lieben …“ (1942) und „Paracelsus“ (1942/43). Bei der Bearbeitung seiner Institutionsgeschichte verknüpft das Salzburg Museum Erkenntnisse aus personenbezogenen Forschungen mit Ergebnissen aus Projekten, die seit den 1990er Jahren die Kultur in Salzburg während des Nationalsozialismus in Untersuchungen sichtbar machten.

Durch die Offenlegung dieser Zusammenhänge liefert das Projekt repräsentative Einblicke in eine öffentliche Kulturinstitution während des Zweiten Weltkriegs in Österreich und gleichzeitig in das Verhältnis von Kultur und Diktatur in Salzburg. Das Resultat ist eine Ausstellung, die 80 Jahre nach dem „Anschluss“ pointierte Aussagen zu den Wechselwirkungen zwischen musealem und persönlichem Handeln, politisch ideologischen Vorgaben und kulturellen Voraussetzungen in der Zeit des Nationalsozialismus treffen kann

Weitere Informationen unter: www.salzburgmuseum.at

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