„dokFilm“-Premiere „Der Mann, der zweimal starb“ am 11. März in ORF 2

Ein Name, zwei Schicksale und eine bewegte Reise in die dunkle Vergangenheit Europas

Wien (OTS) - Eine wahre Geschichte, erzählt anhand zahlreicher gefälschter Dokumente und vieler authentischer Berichte: Am Sonntag, dem 11. März 2018, präsentiert ORF 2 im „dokFilm“ um 23.05 Uhr die Premiere des Dokumentarfilms „Der Mann, der zweimal starb“ von Yair Lev. Der israelische Filmemacher geht darin einem Nachkriegsgeheimnis auf den Grund, das eng mit seiner Familie verknüpft ist. Im Zug einer Erbschaftsangelegenheit wird Lev vor Jahren mit der Tatsache konfrontiert, dass sein Großvater Ernst Beschinsky offenbar – laut offiziellen Sterbeurkunden – zweimal gestorben ist. Einmal 1969 in Israel, so wie er es bisher dachte, und rund 18 Jahre später, 1987, ein weiteres Mal in Innsbruck. Doch wie kann das sein? Wer war dieser Österreicher, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Identität seines Großvaters angenommen hatte? Wer in der Familie wusste davon? Eine Spurensuche beginnt, die den Regisseur von Israel über Tirol, Wien, Prag, Zürich, Zagreb und Deutschland bis nach Amerika führt und tief in die eigene Familiengeschichte sowie die Historie der Juden in Österreich eintauchen lässt.

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Wie sich bei einer detektivischen Spurensuche in zahlreichen Archiven bald herausstellte, hatte dieser zweite „Ernst Beschinsky“ ein Leben mit Ilse Focke aus Tirol geführt. Eine Frau, deren ganze Familie aktive Mitglieder der NSDAP waren. Jedoch noch viel ungewöhnlicher ist der Umstand, dass jener „Ernst Beschinsky“ auch der Präsident der Jüdischen Gemeinde in Tirol war.

Mit jeder neuen Spur, die Regisseur Yair Lev verfolgt, wird die Arbeit an seinem Film zu einer immer bewegteren Reise in die dunkle Vergangenheit Europas, voller Enthüllungen und Überraschungen. In Innsbruck etwa trifft er auf Andreas Focke, den Enkel von Erich Focke, Ilse Beschinskys Vater, der bei der SS war. Bei ihrem hochemotionalen Treffen übergibt er diesem die Informationen über die Taten seines Großvaters während der Nazizeit. Nun gibt es ja zwei Familien, wie es auch zwei „Ernst Beschinskys“ gibt, die auf der jeweils anderen Seite dieser Katastrophe diesen Namen in Verbindung mit ihrer Familiengeschichte bringen.

Es bedurfte jahrelanger akribischer Recherchen, bis Filmemacher Lev endlich Klarheit in diese verstrickte Geschichte brachte. Dabei entstand ein Dokumentarfilm, dem es eindrucksvoll gelingt, den menschlichen Dschungel nach dem Zweiten Weltkrieg bis ins Detail zu durchdringen. Jene Zeit, in der viele Menschen ihre Identitäten neu erfinden mussten, während andere versuchten, ihre Vergangenheit für immer auszulöschen.

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