PwC Studie: Knapp die Hälfte aller Frauen fühlen sich nach Rückkehr aus der Karenz bei Beförderungen übergangen

Wien (OTS) -

  • 73 Prozent der befragten Frauen streben aktiv nach Karrieremöglichkeiten
  • 58 Prozent sehen mehr Transparenz als Notwendigkeit bei Arbeitgebern
  • Work-Life-Balance, Flexibilität und Freude am Job sind wesentliche Faktoren
  • 42 Prozent sind unsicher, welche Auswirkungen eine Familiengründung auf ihre Karriere hätte
  • 48 Prozent der jungen Mütter fühlen sich nach der Rückkehr in ihren Job bei Beförderungen und Sonderprojekten übergangen

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März hat PwC eine Umfrage unter mehr als 3.600 berufstätigen Frauen im Alter von 28 bis 40 Jahren durchgeführt, um mehr über ihre Erfahrungen im Berufsleben sowie ihre Karriereziele herauszufinden. Befragt wurden Frauen aus 27 Branchen in über 60 Ländern weltweit.

Die Studie „Time to talk: what has to change for women at work“ macht deutlich, dass Frauen zuversichtlich, ehrgeizig und bereit für die Zukunft sind – viele jedoch trauen ihren Arbeitgebern bzw. deren Versprechungen hinsichtlich Karriereentwicklung und Beförderung nicht. 45 Prozent der Frauen sind der Meinung, dass der Diversitätsstatus eines Mitarbeiters (Geschlecht, ethnische Herkunft, Alter, sexuelle Neigung) ein Hindernis für die Karriereentwicklung in ihrer Organisation sein kann. Lediglich 51 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Arbeitgeber genug zum Fortschritt in Punkto Gender-Diversität beitragen.

Forderung nach mehr Transparenz am Arbeitsplatz

Größere Transparenz wird von Frauen (58 Prozent) daher als entscheidender Schritt gesehen, den Arbeitgeber setzen können, um Karrieremöglichkeiten zu verbessern. Das bedeutet: Eine offene Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über deren Erwartungen sowie transparente Informationen über Karrierefortschritt und Erfolge. Aber auch offene Feedback-Gespräche mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, wo man beruflich steht und die konkrete Erwartungshaltung seitens des Arbeitgebers, um beruflich voranzukommen.

„Führungskräfte sollten ein Umfeld schaffen, wo Frauen – und Männer – offene Gespräche führen können und Klarheit darüber herrscht, was es für die nächsten Karriereschritte braucht. Davon profitieren alle“, sagt Bianca Flaschner, Leader Human Resource Management bei PwC Österreich.

Mehr Transparenz ist jedoch nur ein Teil des Puzzles: „Um Veränderungen voranzutreiben, braucht es konkrete Maßnahmen, die unbewusste Vorurteile und Geschlechterstereotypen abbauen. Dazu dienen nicht nur Frauenförderprogramme in den Unternehmen sondern grundsätzlich die objektive Beurteilung, welche Kompetenzen und Fähigkeiten, unabhängig von Geschlecht, für die jeweiligen Rollen im Unternehmen notwendig sind, um Weiterentwicklung zielgerichtet und geschlechtsunabhängig zu ermöglichen“, sagt Bianca Flaschner.

Frauenpower in Punkto Verhandlungen

Die PwC Studie zeigt auch, dass heute mehr Frauen die Notwendigkeit und das Potenzial erkennen, für sich selbst einzutreten: Mehr als die Hälfte verfolgen und verhandeln aktiv Beförderungen, Gehaltserhöhungen und karrierefördernde Maßnahmen, die für das Weiterkommen wichtig sind. Von 41 Prozent der Frauen, die in den letzten zwei Jahren befördert wurden, führten 63 Prozent Verhandlungen im Hinblick auf ihre Beförderung.

„Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass immer mehr Frauen ihre Stimme erheben, proaktiv ihre Karriereziele verfolgen und auf Basis ihrer Leistung beurteilt werden. Organisationen können viel dazu beitragen und den Frauen helfen, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Wichtig hierbei sind offene Karrieregespräche und explizit einheitliche und transparente Kriterien, nach denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beurteilt werden. Auch Empfehlungs- und Unterstützungsprogramme wie Mentoring können zum Erfolg beitragen. Die Unterstützung und das  Mittragen durch die männlichen Kollegen ist aber absolute Voraussetzung", so die PwC-Expertin.

Work-Life-Balance, Flexibilität und Freude am Job als wesentliche Faktoren

Die große Mehrheit der Frauen gibt an, dass ihnen Freude am Job sehr wichtig ist (97 Prozent), aber auch Flexibilität sowie eine ausgeglichene Work-Life-Balance (95 Prozent). Bis an die Spitze der Karriereleiter zu kommen ist für 75 Prozent der Frauen wichtig und 82 Prozent sind zuversichtlich, dass sie ihre Karriereziele erreichen können. 

42 Prozent sind jedoch unsicher darüber, welche Auswirkungen eine Familiengründung auf ihre Karriere hätte. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der jungen Mütter fühlen sich nach der Rückkehr in ihren Job bei Beförderungen und Sonderprojekten übergangen. Mittlerweile haben 38 Prozent aller befragten Frauen das Gefühl, dass die Inanspruchnahme von Work-Life-Balance- und Flexibilitätsprogrammen an ihrem Arbeitsplatz negative Karriereauswirkungen haben können.

Drei zentrale Forderungen an die Führungsebene

Transparenz und Vertrauen: Frauen müssen wissen, wo sie beruflich stehen, um erfolgreich sein zu können, und dem Feedback vertrauen, das sie bekommen. Von größerer Transparenz profitieren dabei aber nicht nur die Frauen im Unternehmen: Sie fördert ein zunehmend integratives Umfeld, in dem Frauen und Männer größere Chancen haben, ihr Potenzial auszuschöpfen.  

Strategische Unterstützung: Frauen brauchen sowohl beruflich als auch privat die proaktiven Netzwerke von Vorgesetzten und Kollegen, die sie aktiv in ihrer Karriere unterstützen sowie engagierte Sponsoren und Vorbilder beider Geschlechter. Dieser Mix aus Unterstützung am Arbeitsplatz und im persönlichen Umfeld trägt auch dazu bei, dass Frauen für sich selbst eintreten können, um weiterzukommen und Erfolg zu haben.

Privatleben, Familie und Arbeit: Arbeit, Privatleben, Elternschaft, Kinderbetreuung – für talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es wichtig, dass Unternehmen neue Konzepte anbieten, um all das unter einen Hut bringen zu können. Ansätze für die Gestaltung der Elternzeit bzw. Wiedereinstiegsprogramme müssen ausgeweitet und gefördert werden.

„Entscheidend ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Verfügbarkeit der Infrastruktur, um alles unter einen Hut zu bekommen. Viele Arbeitgeber sind bereits durch die Schaffung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten in unterschiedlicher Ausprägung dazu übergegangen, Familien dabei zu unterstützen. Nichtdestotrotz ist in der heutigen Zeit das Kinderbetreuungsthema nach wie vor weiblich dominiert. Effiziente Wiedereinstiegsmöglichkeiten und interessante Rollen mit Teilzeitoptionen sollten hierbei im Vordergrund stehen“, sagt Bianca Flaschner.

Mehr zum Thema sowie die gesamte Studie finden Sie unter: www.pwc.com/timetotalk

PwC bekennt sich zur Förderung von Diversität und Integration und hat zu diesem Zweck einige Programme ins Leben gerufen. PwC ist darüber hinaus Partner der UN-Frauenkampagne HeForShe mit dem Ziel, eine Milliarde Männer jeden Alters durch Aufklärung und praktische Maßnahmen in Gleichstellungsfragen zu engagieren, um bestehenden Benachteiligungen von Frauen und Mädchen weltweit ein Ende zu setzen.

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