Kürzungen der Budgetmittel für das verpflichtende Integrationsjahr treffen Flüchtlinge massiv

16 Menschen absolvieren ihr Arbeitstraining im Rahmen des verpflichtenden Integrationsjahres Flüchtlingsprojekt Ute Bock. Nun sollen die Mittel dafür drastisch gekürzt werden.

Wien (OTS) - Im September 2017 wurde das Arbeitstraining im Rahmen des verpflichtenden Integrationsjahres in Österreich eingeführt. 6 Monate später sollen der erfolgreichen Maßnahme zur Integration von Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten die Mittel drastisch reduziert werden. Mit dieser Kürzung erschwert die Regierung Flüchtlingen ihre Chance auf schnelle, gelungene Integration am Arbeitsmarkt massiv. Gleichzeitig wird diese Entscheidung den Staatshaushalt mit höheren Kosten für die Mindestsicherung belasten. In der Realität bedeutet es, dass Flüchtlinge durch diese Maßnahmen länger in der Mindestsicherung bleiben werden. “Eine kurzsichtige Entscheidung, die langfristig fatale Folgen haben kann”, sagt Katja Teichert, Geschäftsführerin des Flüchtlingsprojekts Ute Bock. 

Seit September letzten Jahres hat das Flüchtlingsprojekt Ute Bock 16 Stellen eigens für das Integrationsjahr geschaffen; darunter  eine Sonderschulpädagogin, die Flüchtlingskinder betreut, ein Buchhalter, der unseren Post- und Meldeservice sicherstellt, ein Mathematik-, ein Sportlehrer, ein LKW-Fahrer, der unsere Fahrten erledigt, etc. All diese Menschen haben bereits aufgrund ihres positiven Bescheids Zugang zum Arbeitsmarkt, aber wegen mangelnder Berufserfahrung in Österreich, konnten sie bisher keine Stelle finden. Wir halten das Integrationsjahr für eine sehr sinnvolle Maßnahme, um Flüchtlingen den ersten Schritt in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. “Diese Regierung scheint alles daran zu setzen, dass Integration erschwert wird.", fügt Ariane Baron, Pressesprecherin des Flüchtlingsprojekts Ute Bock hinzu.

Das Arbeitstraining im Ute Bock Haus und Ute Bock BZ

Seit der Einführung des Verpflichtenden Integrationsjahres können Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte bei uns im Flüchtlingsprojekt Ute Bock das Arbeitstraining absolvieren. In den sechs bis zwölf Monaten arbeiten die Praktikant*innen mindestens 16 bis maximal 34 Stunden bei uns im Ute Bock Haus oder im Ute Bock Bildungszentrum. Parallel zum Praktikum erhalten alle unsere Teilnehmer*innen 4 Stunden/Woche Deutschunterricht und Konversationstraining, die sie bei uns im Ute Bock Bildungszentrum besuchen können.

Die größte Hürde bei der Jobvermittlung sind für einen Flüchtling ausreichende Deutschkenntnisse. Das AMS fördert Deutschkurse bis zum Grad A2. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass ein Mindestniveau von B2 notwendig wäre, um den Berufsalltag zu bestreiten. Erschwerend kommt hinzu: Neben Deutsch fehlt es vielen Flüchtlingen einfach an Berufserfahrung in Österreich. Die Bildungsabschlüsse der Heimatschulen und Unis werden in Österreich vielfach nicht anerkannt. So können derzeit nur Maßnahmen wie das Arbeitstraining greifen.

Für weitere Informationen siehe auch: https://www.ots.at/redirect/fraubock1

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Ariane Baron, Tel.: 0043-699-11306450, ariane.baron@fraubock.at

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