GLOBAL 2000: Wahlumfrage der Spitzenkandidaten in Kärnten zu Klimaschutz und Energiewende

100 Prozent erneuerbare Energie ist das Ziel – bei den Maßnahmen hinkt man aber hinterher.

Wien (OTS) - In Kärnten wird am kommenden Sonntag gewählt. Das Land hat sich im Klimaschutzbereich mit dem Energiemasterplan ehrgeizige Ziele gesteckt. Der Plan, der im Jahr 2013 einstimmig im Landtag beschlossen wurde, sieht vor, bis 2025 bei Strom und Wärme CO2-neutral zu sein und bis 2035 in der Mobilität. Einer der großen Brocken: 61.500 Ölheizungskessel müssen dazu in den nächsten acht Jahren ersetzt und die Sanierungsrate muss auf drei Prozent gesteigert werden, um den hohen Energiebedarf zu senken. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat sich bei den Spitzenkandidaten von Parteien mit guter Aussicht auf den Einzug in den Landtag umgehört und sie nach ihren Plänen für Klimaschutz und Energiewende befragt. Alle Parteien – bis auf die FPÖ – haben geantwortet.

„Kärnten verfolgt mit dem Energiemasterplan ehrgeizige Ziele, diese werden in der Umfrage unter den Spitzenkandidaten der meisten Parteien auch bestärkt. Allerdings hinken die Umsetzungsmaßnahmen bei vielen Aussagen den ehrgeizigen Zielen erkennbar hinterher. Ohne starke Maßnahmen wird der Umbau im Wärmebereich wohl kaum in der geforderten Zeit zu bewerkstelligen sein, insbesondere da die Mineralölwirtschaft mit der Initiative „Heizen mit Öl“ den Ausstieg aus Ölheizungen gezielt unterminiert. Hier sollten die meisten politischen Parteien ihre Maßnahmenpalette erweitern und wirksame Ansätze entwickeln, die sicherstellen, dass der Einbau von klimafreundlichen Heizsystemen bei der Heizungserneuerung zum Standard wird“, betont Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

In Kärnten wurden zuletzt 4,7 Mio. Tonnen CO2 emittiert. Gegenüber dem Basisjahr 1990 ist das ein Anstieg um 2,6 Prozent. Hauptverursacher sind der Verkehr, die Industrie, die Landwirtschaft und der Gebäudebereich. Doch die Energiewende ist ins Stocken geraten: Seit 2012 ist die Neuinstallation von Stückholzheizungen in Kärnten um 56 Prozent, der Hackschnitzelheizungen um 50 Prozent und Pelletsheizungen um 63 Prozent zurückgegangen. Die Sanierungsrate bei Gebäuden hat zwischen 2002 und 2012 um 21 Prozent abgenommen und liegt nun bei 0,9 Prozent. „Das sind besorgniserregende Entwicklungen, die starkes Gegensteuern erfordern. Die kommende Landesregierung wird gefordert sein, diese Trends umzukehren, denn die CO2-Emissionen müssen sinken, anstatt zu steigen. Der naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien, die Senkung des Energieverbrauchs und eine Mobilitätswende sind die unabdingbaren Voraussetzungen dafür. Absichtserklärungen sind vorhanden, nach den Wahlen braucht es dafür dann aber konkrete und funktionierende Konzepte in der Umsetzung“, so Wahlmüller weiter.

Zusammengefasst sehen die Pläne der Parteien Folgendes vor: Bei der Frage zu den Zielen bis 2030 will die SP den Anteil erneuerbarer Energie auf 100 Prozent erhöhen, als Maßnahmen genannt werden vor allem mehr Bewusstseinsbildung und das neue Wohnbaufördergesetz. Im Mobilitätsbereich setzt man auf bessere Datenanalysen und Verkehrssteuerung. Die VP will ebenfalls 100 Prozent erneuerbare Energie und die Umstellung von öffentlichen Gebäuden auf erneuerbare Energie. Verbote, Gebote und Vorschriften will die VP nicht, stattdessen soll Bewusstsein in der Bevölkerung geschaffen werden. Die Grünen wollen 100 Prozent erneuerbaren Strom und Wärme bis 2025 und bei Mobilität im Jahr 2035, wie es der Kärntner Energiemasterplan vorsieht. Sie kritisieren, dass die VP gegen ein Gebot für erneuerbare Energie war und wollen auch die Fernwärme auf 100 Prozent Biomasse umstellen. Im Mobilitätsbereich will man den öffentlichen Verkehr günstiger gestalten und damit mehr Menschen zum Umstieg bewegen. Das „Team Kärnten“ will den Anteil erneuerbarer Energie durch weniger Energieverschwendung und den Ausbau erneuerbarer Energie erhöhen, klimafreundliche Heizsysteme sollen stärker gefördert werden, sowie thermische Sanierung mit natürlichen Materialien. Im Mobilitätsbereich setzt man auf Verbesserungen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen. Die Neos benennen eine hohe Abhängigkeit von der Klima- und Energiestrategie des Bundes sowie das Problem, das alte Ölheizungen durch neue ersetzt werden. Anreize für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme sollen entwickelt werden. Im Mobilitätsbereich soll eine kilometerabhängige Maut kommen und im Rahmen einer Steuerstrukturreform auf eine CO2-Steuer umgestellt werden.

Die Antworten der Spitzenkandidaten im Detail


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Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at

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