SWÖ-Kollektivvertragsverhandlungen NICHT erfolgreich abgeschlossen

Studierende enttäuscht über faulen Kompromiss!

Wien (OTS) - Letzten Freitag wurde bekannt, dass die aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen abgeschlossen sind. Wir als Studierende sind mehr als enttäuscht über den faulen Kompromiss, der uns verkauft wird. In den letzten Wochen schlossen sich immer mehr Betroffene aus dem Gesundheits- und Sozialbereich an, um die aktuellen SWÖ-Kollektivvertragsverhandlungen für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Lohn und eine Arbeitszeitverkürzung zu unterstützen. Trotz der raschen und schnellen Mobilisierung und Kampfbereitschaft der Arbeitnehmer*innen und Auszubildenden, wurde letzten Freitag eine enttäuschende Entscheidung zwischen den Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen geschlossen. 

„Bundesweit müssen 61 % der Studierenden arbeiten, um sich das Studium leisten zu können1. Auf den Fachhochschulen ist dies noch drastischer ersichtlich, weil es Studiengebühren und ein verschultes Ausbildungssystem durch die Anwesenheitspflicht gibt“, äußert sich Eva Sager, Landesvorsitzende des VSStÖ Wien. 

„Den Arbeitgeber*innen sind die Hände gebunden, wenn die Arbeitnehmer*innen mehr Geld fordern, aber die öffentliche Hand Einsparungen ausübt. Wir brauchen mehr öffentliches Geld, um die Arbeitenden fair zu entlohnen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zu einer sozialgerechten Gesellschaft“, ärgert sich Berit Büttner (VSStÖ), StV-Vorsitzende der ÖH FH Campus Wien. 

„In unserem Ausbildungsvertrag mit der FH Campus Wien ist verankert, dass wir kostenlose Pflichtpraktika als integrierte Lehrphase absolvieren. Die Arbeitsrealität der Auszubildenden ist eine andere: Beim 14-wöchigen Pflichtpraktikum im Sozialbereich kann uns niemand erzählen, dass man nach ein bis zwei Monaten kein*e volle*r Mitarbeiter*in unter Anleitung ist“, stellt Nemanja Lazic (VSStÖ), Bildungspolitischer Referent der ÖH FH Campus Wien, fest. 

„Viele Studienkolleg*innen, vor allem weibliche, befinden sich während dem Studium auf der FH Campus Wien in einer prekären Situation. Neben Alleinerziehenden und Alleinverdienenden gibt es viele, die sich das Studium kaum leisten können. Die psychische Belastung ist enorm groß“, erklärt Sybilla Kastner (VSStÖ), Studierendenvertreterin Soziales FH Campus Wien. 

Wir lassen uns als Studierende nicht für dumm verkaufen. Wir tragen einen wichtigen Beitrag für einen großen Teil der Gesellschaft. Wir als Studierende sind bereit, weiterhin für eine echte 35h-Woche bei vollem Lohnausgleich einzustehen! 

Daher fordern wir:

  • Erhöhung der öffentlichen Fördermittel:

Wir fordern die aktuelle Regierung dazu auf, mehr Geld für den Gesundheits- und Sozialbereich zur Verfügung zu stellen.

  • Rasche Umsetzung der ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaften:

Verankerung der 35-Stunden-Woche bei vollem Gehalts- und Personalausgleich.

  • Abschaffung der kostenlosen PFLICHT-Praktika im Gesundheits- und Sozialbereich:

Faire Bezahlung für faire Arbeit – kein Lohndumping mehr!

  • Demokratisch gewählte Jugendvertreter*innen für zukünftige Kollektivvertragsverhandlungen:

Eine*n Vertreter*in für den Gesundheitsbereich als Berufseinstiegsverantwortliche

Eine*n Vertreter*in für den Sozialbereich als Berufseinstiegsverantwortliche

  • Die Quote muss auch bei den Kollektivvertragsverhandlungen repräsentiert werden:

Der Gesundheits- und Sozialbereich ist zu etwa 70 %2 weiblich. Dies muss sich auch bei den Kollektivvertragsverhandler*innen der Arbeitergeber*innen zeigen!

  • Betriebsrät*innen müssen gewerkschaftliche Vertretungsarbeit für die Arbeitnehmer*innen leisten. Nicht gegen ihre Interessen!


1 https://www.ihs.ac.at/publications/lib/IHSPR6861196_II.pdf [26.02.2018]

2 https://derstandard.at/1319182484359/Boys-Day-in-Oesterreich-Soziale-Berufe-zu-76-Prozent-in-Frauenhand [26.02.2018]


Rückfragen & Kontakt:

Sybilla Kastner
0676 4966559

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