TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 25. Februar 2018 von Alois Vahrner "Tirol-Wahl mit heißem Nachspiel"

Für alle acht antretenden Parteien geht es heute bei der Landtagswahl um viel. Danach dominieren wird aber nur die Koalitionsfrage.

Innsbruck (OTS) - Bei der Landtagswahl in Niederösterreich vor vier Wochen gab es nur tatsächliche oder zumindest halbe Sieger. Das Nicht-mehr-Antreten des Teams Stronach machte es möglich. Auch in Tirol hat sich das Feld gelichtet: Acht statt beim letzten Mal elf Parteien und Listen rittern heute um Stimmen. Allein dadurch sind fast 10 Prozent Wähleranteil „am Markt“. Spannend wird auch, wohin die 9,5 Prozent Vorwärts-Stimmen gehen. Angesichts der teils sehr hohen Erwartungen mancher Parteien wird es neben Siegern auch bitter Enttäuschte geben (müssen).
Es war ein ruhiger und vor allem themenarmer Wahlkampf. Die Dauerbrenner Verkehr und Wohnkosten, beide schwer zu lösen, mussten erneut als Hauptthemen herhalten. Anders als bei der letzten Wahl, als gleich mehrere Parteien die ÖVP mit einer Dreier- oder gar Viererkoalition aus dem Sattel heben wollten (SPÖ-Chef Reheis ließ sich sogar als neuer Landeshauptmann plakatieren), erklärten diesmal alle LH Günther Platter quasi gleich vorweg zum Sieger. Dieser konnte jedenfalls nicht mehr vor (chaotischen) italienischen Verhältnissen warnen. Hauptsorge der schwarzen Stategen waren weniger die Herausforderer. Es war die wegen der Ausgangslage (Platter dürfte aus drei oder sogar vier Koalitionspartnern auswählen können) nur schwierige Mobilisierung der Wähler.
Die Frage der künftigen Koalition dominiert diese Wahl – und sie wird heute durch das Ergebnis höchstens eingegrenzt: Platter will wohl am liebsten mit den Grünen weiterregieren – wenn diese halbwegs gut abschneiden. Möglicherweise sonst mit der SPÖ, womit er freilich eine Anti-Linie zu Schwarz-Blau auf Bundesebene fahren würde. Einer Ehe mit der FPÖ steht Platter am kritischsten gegenüber – wenngleich er diese trotz diverser Abgrenzungen nicht dezidiert ausgeschlossen hat.

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