Labyrinth aus Lichtzellen im barocken W&K-Palais

AROTIN & SERGHEI setzten sich in der Ausstellung mit den Schnittstellen zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie auseinander.

Wien (OTS) - Metamorphosis
Infinite Screen zeigt ein riesiges, in ständiger Veränderung und Metamorphose begriffenes Labyrinth aus Lichtzellen. Seine Oberfläche kann man sich wie das Trommelfell im Ohr unter Hypnose vorstellen: Klänge von innen und außen treffen hier aufeinander. Unser Werk spielt mit dem kollektiven Gedächtnis, Mythologie und Archetypen. Die Installationen erscheinen in einem sich stetig verändernden architektonischen, geometrischen und kulturellen Kontext. Sie offenbaren auftauchende Bilder und Klänge und lösen sie wieder auf und geben den Rhythmus für eine unendliche Reise vor.

Infinite Screen ist eine intermediale Kunstinstallation, die den Begriff der Unendlichkeit untersucht, die jenseits der sichtbaren Oberfläche von „Alles, was wir sehen, könnte auch anders sein“ angedeutet wird. Dieses grundlegende Hinterfragen möglicher Wahrheiten ließ uns eine Vielzahl an Kunstwerken, Bildern, Zeichnungen, Klangkompositionen und großflächige Installationen erschaffen, die in dieser Ausstellung präsentiert werden. Das Projekt hinterfragt grundlegend den „Kern des Sinns“ der menschlichen Wahrnehmung, behandelt Ästhetik, die Begrifflichkeiten von Klang, Harmonie, Unendlichkeit, Schönheit und Sinnlichkeit und erzählt von einem endlosen Verlangen nach Farbe und Licht.

Der erste Teil von Infinite Screen wurde als Auftragsarbeit für die Biennale di Venezia und das Klangforum Wien (2013/15) realisiert. Das Projekt wurde sodann für das Ars Electronica Festival (2014-2016), für die Mediensammlung Deep Space 8K (2015) und mit „Prometheus“ für die Ausstellung „Kandinsky, Marc – Der blaue Reiter“ in der Fondation Beyeler (2016) weiterentwickelt. Für das 125-Jahr-Jubiläum des Kunsthistorischen Museums Wien (2016) wurde Infinite Screen in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Museum Wien, museum in progress und Ars Electronica als gigantische, 1200 m2 große rotierende Installation an der Hauptfassade des Museums präsentiert. Gleichzeitig stellte das Auktionshaus Artcurial eine Auswahl intermedialer Bilder aus.

Die Ausstellung „Metamorphosis“ in den barocken Sälen der Galerie W&K im Wiener Palais Schönborn-Batthyány zeigt nun erstmals einen Überblick der Werke, die dem Großprojekt Infinite Screen zu Grunde liegen: Zeichnungen, Bilder, monumentale Werke und innovative digitale Unikate.

AROTIN & SERGHEI

Für AROTIN & SERGHEI ist das Kunstwerk der Zukunft ein Zusammenspiel von Bildern, Zeichen und Begriffen nach Giordano Brunos Deutung der Unendlichkeit, die den Betrachter in die Dynamik ünstlerischen Forschens und Schaffens miteinbezieht. Sich selbst positionieren sie am anderen Ende von Wagners Konzept des Gesamtkunstwerks: Das Interesse liegt nicht nur im Überlagern ünstlerischer Disziplinen, um einen über alles erhabenen Effekt zu erzielen, der den Betrachter mi teinem vollendeten Werk überwältigt, sondern in einem unendlichen Spaltungsprozess von Reflexion und Hinterfragen, der die Faszination des unbekannten Raums innerhalb der bekannten Matrix aus isuellen und akustischen Zeichen, Ausdrücken und Sprachen erkundet und durchdenkt.

Hauptthema ihrer Arbeit ist die „Illusionsoberfläche“, der „Fehler“ als kreativer Raum, die Essenz von Bildern, Farbe, icht und Klang sowie die Erforschung der Auswirkung von Bildern im Kontext von künstlicher Intelligenz und medialer Übersättigung. Heutzutage werden die ruhigen Wände des White Cube einer Transformation unterzogen. Pausenlos überfluten digitale Bildschirme unser Gehirn mit hochfrequenten Informationen. Dadurch erschein das digitale Weiß als oszillierende Summe aller potenziellen Inputs: Die Lichtzellen unserer Displays vibrieren mit maximaler Intensität. In der heutigen Welt beschleunigen Mediengeräte unablässig unsere Kommunikation und Wahrnehmung – auf gewisse Weise reduzieren sie unseren Eindruck von Zeit und Raum. AROTIN & SERGHEI möchten Kunstwerke als Objekte der Reflexion erschaffen, die eine rweiterung des Sehvermögens, des Raums und der Zeit suggerieren. Für sie ist dies eine der zentralen Funktionen der Kunst.

Ihre andauernde Erforschung eines unendlichen Raums für die Vorstellungskraft wurde durch freie Denker, Philosophen, Architekten und Komponisten von der Mythologie, Urgeschichte und Antike über die Renaissance und die klassische Moderne bis hin zur heutigen wissenschaftlichen Zukunftsforschung und Metaphysik inspiriert. Besonders bewegt haben sie Kunstwerke von Ovids Metamorphosen bis zu Ludwig Wittgensteins Farbtheorie, von Vitruv und Palladios Projekt eines schwimmenden Theaters in Venedig (1564) bis zu Kandinskys Theorie der freischwebenden Formen (1928), von Homers Goldener Kette bis zu Brâncusis Unendlicher Säule (1918), ebenso die Klangraumkonzepte von Skrjabin, Schönberg und Bartòk sowie Luigi Nono. Einen besonderen Impuls verliehen ihrem Werk die von Samuel Beckett beschriebenen symbolischen ortlosen Orte.

Rückfragen & Kontakt:

Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Irene Theuer | +43 660 141 41 18
palais@w-k.art | http://www.w-k.art/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KHW0001