NEOS: Wo bleibt die Chancengerechtigkeit für die jungen Menschen?

Matthias Strolz: „Der Chancenbonus muss für alle Schulen gelten, ansonsten zementiert der Bildungsminister die Situation der Brennpunktschulen.“

Wien (OTS) - Jeder fünfte Schüler der achten Schulstufe besucht eine Schule mit laut Sozialindex "hoher" oder "sehr hoher" Benachteiligung. Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen AHS und Mittelschule, wie die heute veröffentlichten Bildungsstandards zeigen. “Von Chancengerechtigkeit kann in Österreich also keine Rede sein. Noch immer zählt beim Bildungsweg eines Kindes nicht die Frage 'Was sind deine Talente?' sondern `Wer sind deine Eltern?'”, kritisiert NEOS-Klubobmann und Bildunssprecher Matthias Strolz.  

„Wir müssen für echte Chancengerechtigkeit und echte soziale Durchmischung in den Schulen sorgen. Es kann nicht sein, dass wir unsere Kinder im Alter von neun Jahren weiterhin in zwei Töpfe sortieren“, so Strolz. Das NEOS-Bildungskonzept beinhaltet daher einen Chancenbonus für alle Schulen: Jede Schule, egal welches Schultyps, die sich besonderer Herausforderungen annimmt, kann ein Zusatzbudget lukrieren.  

Elementarpädagogik stärken 

Nur über Mittelschule und Gymnasien zu reden sei aber zu wenig, so Strolz. „Wir müssen bei der Elementarpädagogik ansetzen. Diese wird in Österreich einfach nicht ernst genommen, dabei werden hier die Grundsteine für den weiteren Bildungsweg und die Chancen eines Kindes gelegt. Im Gegenteil: Schwarz-blau in Oberösterreich kürzt sogar die Nachmittagsbetreuung.“ NEOS fordern daher neben dem quantitativen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen bundesweit einheitliche Finanzierung und einheitliche Qualitätsstandards. Dazu gab es auf Initiative der NEOS bereits 2017 eine All-Parteien-Einigung im Parlament. Nur bleiben die Umsetzungsschritte der schwarz-blauen Regierung hier aus. 

Sprachförderung auf Deutsch und in der Muttersprache 

Deutschklassen – unter Vorbehalt, so das Fazit von NEOS zu den Plänen der Regierung. „Wenn es darum geht, entschlossene Schwerpunkte in der Sprachförderung zu setzen, sind wir dafür. Es macht aber den Eindruck, dass Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache segregiert werden sollen. Da würden wir freilich nicht mitmachen. Der Minister muss seinen Schnellschuss jetzt rasch konkretisieren. Das war leider noch völlig unausgegoren bei der Präsentation“, schließt Strolz. Und er vermisst den Fokus auf die Muttersprache. „Voraussetzung für gelingendes Deutschlernen sind aber auch Kenntnisse der Muttersprache. Diese muss also genauso gefördert werden. Hier ignoriert Schwarz-Blau – wie in vielen Bereichen – die wissenschaftliche Evidenz. Das tut weh – vor allem, wenn der Bildungsminister ein Wissenschaftler ist.“

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