Ausstellung: „Linguistic Landscapes“ machen Mehrsprachigkeit sichtbar

Türkische Marktstände, spanische Graffiti - die Wiener Sprachenvielfalt wird von der VHS in einer Ausstellung gewürdigt

Wien (OTS) - Wien ist die Heimat vieler Sprachen. Besonders schön zeigt sich das auf Plätzen wie etwa dem Hannover Markt in Brigittenau, dem Viktor-Adler-Markt (Favoriten) oder dem Ottakringer Brunnenmarkt. Das Projekt „Linguistic Landscapes“ des VHS Instituts lernraum.wien sammelt Fotos dieser mehrsprachigen Aufschriften, bei denen sich manchmal ganz selbstverständlich ein Sprachenmix ergibt, etwa aus Türkisch und Deutsch. Auf der „Linguistic Landscape“, also der sprachlichen Landkarte, werden diese Fotoaufnahmen dann am genauen Ort ihrer Entstehung vermerkt und können im Internet abgerufen werden – wie eine Google Map. Eine Auswahl der interessantesten Bilder gibt es in der gleichnamigen Wanderausstellung zu sehen. Am 21. Februar wird sie in der VHS Ottakring von Bildungsstadtrat- und Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky eröffnet.

Ein interaktives Mosaik aus 6.500 Fotos

Linguistic Landscape ist eine relativ neue Entwicklung der ethnografischen Forschung und soll die sprachliche Lebendigkeit einer Stadt oder eines Stadtteils sichtbar machen. Im Rahmen des Projekts wurden bereits 6.500 Fotos gemacht. Etwa 300 sind schon online. „Was es zeigt ist die sprachliche Vielfalt, die man einfach nicht wegleugnen kann“, sagt Thomas Fritz, Leiter von lernraum.wien, dem VHS Institut für Mehrsprachigkeit, Integration und Bildung. „Bei den Aufschriften findet man Elemente auf Serbisch/Bosnisch/Kroatisch genauso wie auf Thai, Chinesisch, Koreanisch, Vietnamesisch, Bulgarisch, Arabisch und Türkisch. Ein schönes Mosaik der Stadt“, so der Linguist Thomas Fritz.

Das Abenteuer des genauen und detaillierten Blicks

Seinen Anfang hat das Projekt 2015 in Ottakring genommen. „Wir haben zwischen Lugner City und Yppenplatz sowie vom Gürtel bis zur Kirchstetterngasse Aufschriften fotografiert. Diese und Bilder aus anderen Bezirken habe ich mit Germanistik-StudentInnen der Universität Wien anschließend kategorisiert. Die Vielfalt hat unsere traditionellen Sprachbezeichnungen allerdings bald an Grenzen stoßen lassen. Denn bei vielen Aufschriften haben wir einen erstaunlichen Sprachenmix festgestellt.“ Überhaupt sei Wien ein sehr spannendes Feld für LinguistInnen geworden, so Thomas Fritz. „Bei Graffitis etwa geht es vor allem um Austausch und Dialog und um politische Botschaften.“ Genaues Hinsehen lohnt sich auf jeden Fall.

Factbox: Ausstellungseröffnung „Linguistic Landscapes – Mehrsprachigkeit from below“ mit Stadtrat Jürgen Czernohorszky, Thomas Laimer, Direktor der VHS Ottakring, und Thomas Fritz, Leiter lernraum.wien Mittwoch, 21. Februar, 18 Uhr VHS Ottakring, Ludo Hartmann-Platz 7, 1160 Wien

Die Veranstaltung ist kostenlos zugänglich, MedienvertreterInnen sind herzlich eingeladen.

Die Ausstellung ist anschließend bis 29. März bei freiem Eintritt zu den Öffnungszeiten der VHS Ottakring (9-20h) zu sehen.

Die Linguistic Landscape kann online abgerufen werden unter:
http://bit.ly/2Dgnbi5

Gerne organisieren wir für interessierte PressevertreterInnen eine Grätzel-Tour mit dem Linguisten Thomas Fritz.

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar. (Schluss)

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