Kärnten-Wahl: SPÖ mit „Carinthian Welcome Center“ gegen „brain drain“

LH Kaiser, LHStv.in Schaunig, LTW-Kandidat Lipitsch und Expertin Heissenberger präsentierten Maßnahmen für Wirtschafts- und Arbeitsmarkt sowie gegen die Abwanderung.

Klagenfurt (OTS) - „Kärnten gewinnt – arbeiten, wo andere Urlaub machen“, unter anderem mit diesem Slogan und der Installation eines „Carinthian Welcome Center“ will die SPÖ Kärnten zum Kalifornien Österreichs zu machen. Präsentiert wurde das Konzept heute, Montag, im Rahmen des dritten Teils der SPÖ-Wahlprogrammpräsentation von SPÖ-Landesparteivorsitzendem LH Peter Kaiser gemeinsam mit Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig, LTW-Kandidat Hermann Lipitsch und der Geschäftsführerin der Initiative für Kärnten Margit Heissenberger.

„Kärnten ist schon heute am Sektor Forschung & Entwicklung im Bereich Mikroelektronik europaweit an der Spitze“, ruft Kaiser in Erinnerung. Wichtige Institutionen im Innovationstechnologiebereich sind hierbei Silicon Austria, Silicon Alps oder auch der Lakeside Park sowie Startups. „Kärnten ist Technologie-affin, was wir jetzt brauchen sind die dazu notwendigen hochqualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, so Kaiser, der in einer zweiten Legislaturperiode innerhalb der Kärntner Landesregierung ein „Carinthian Welcome Center“ installieren möchte. „Zum einen soll dadurch der Kontakt zu den Kärntnerinnen und Kärntnern gehalten werden, die aus Studien- oder Berufsgründen Kärnten verlassen haben, zum anderen soll die Einrichtung eine Vernetzungsplattform für jene bieten, die ihren Lebensmittelpunkt neu oder wieder in Kärnten setzen möchten“, erklärt Kaiser. 

Das „Carinthian Welcome Center“ soll in engerer Kooperation mit der Initiative für Kärnten agieren, deren Geschäftsführerin Margit Heissenberger seit Jahren Ansprechpartnerin einer Kärnten-Community ist. „Egal ob man auf Job- und Wohnungssuche ist oder einen Kindergartenplatz braucht — das ‚Carinthian Welcome Center‘ soll es Heimkehrern ermöglichen, so rasch als möglich wieder in Kärnten Fuß zu fassen. Damit möchten wir dem brain drain – der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte – entgegenwirken“, betont Kaiser.

Margit Heissenberger sprach als Expertin für die vor zwei Jahren gegründete überparteiliche Plattform „Initiative für Kärnten“. „Unsere Initiative besteht aus Menschen, die für Kärnten etwas Positives bewirken wollen“, so Heissenberger, „wir freuen uns, künftig mit Hilfe eines Carinthian Welcome Centers vermehrt mit dem Land Kärnten zu kooperieren.“ Die Initiative für Kärnten hat bisher schon einige Maßnahmen gesetzt, beispielsweise habe man sich nach Wien gewandt, um ein Netzwerk aufzubauen: „In diesem Netzwerk sind bereits mehr als 1.000 Rückkehrwillige registriert“, so Heissenberger. Heuer will die Initiative in Graz tätig werden. „Wir haben auch mehr als 26 Veranstaltungen organisiert, die das Band zu Kärnten stärken sollen. Darüber hinaus haben wir mehr als 130 Kärntner Unternehmen gewinnen können, die ihre offenen Stellen über unsere Plattform veröffentlichen“, berichtet Heissenberger. Dies sei sehr wichtig, da viele Heimkehrwillige gar nicht wissen, welche Angebote es vor Ort gibt. Weiters gibt es eine Kooperation mit dem Kärntner Gemeindebund, die so ausgebaut werden soll, dass es künftig in jeder Gemeinde einen Ansprechpartner des Carinthian Welcome Centers gibt. „Uns ist es wichtig, gemeinsam an einer Perspektive für potenzielle Heimkehrer zu arbeiten“, betont Heissenberger.

Arbeitsmarkt- und Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig betonte, dass man das Außenbild Kärntens zurechtrücken müsse: „Es hat sich noch nicht überall herumgesprochen, dass es in Kärnten tolle Betriebe und damit großartige Job-Chancen sowohl für Kärntner, die im Lande bleiben, als auch für Heimkehrer gibt.“ Daher will sie das Carinthian Welcome Center mit einer Job-Börse sowie mit einem so genannten „Dual-Carrier-Service“ unterstützen. „Wenn wir Top-Leute nach Kärnten locken wollen, müssen wir für sie ein passendes Umfeld schaffen, und dazu gehört auch die Unterstützung ihrer Partner bei der Jobsuche“, erklärt Schaunig. Gemeinsam mit dem Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds KWF und dem CIC-Carinthian International Club arbeite man bereits an der Etablierung eines solchen Dual-Carrier-Service.

Eine weitere Förderung, die auf Heimkehrer sowie auf Kärntner, die im Land bleiben wollen, abzielt, sind die „AkademikerInnenJobs“. Über diese Förderschiene wird der erste fixe Job einer Absolventin oder eines Absolventen einer Fachhochschule oder Universität mit bis zu 18.000 Euro gefördert.

„Ein weiterer Schwerpunkt der nächsten Legislaturperiode ist der Ausbau und die Stärkung der Lehrlingsausbildung“, betonte Schaunig. Derzeit gibt es 35 betriebliche und acht zwischenbetriebliche Lehrwerkstätten in Kärnten, die vom Land mitfinanziert werden. In diesen Lehrwerkstätten werden jährlich mehr 1.000 Lehrlinge ausgebildet. „Das sind genau jene hoch qualifizierten Fachkräfte, die die Kärntner Wirtschaft braucht“, so Schaunig, die das Angebot an Lehrwerkstätten weiter ausbauen möchte. „Eine neue Lehrwerkstätte entsteht derzeit in St. Stefan im Lavanttal, mit einer Gesamtinvestitionssumme von 365.000 Euro.“

Um die heimischen Lehrlinge auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten, startet das Land Kärnten eine neue Sprachen-Initiative. „In Zusammenarbeit mit dem CIC-Carinthian International Club bringen wir den Englischunterricht direkt an die Werkbank“, so Schaunig. Native Speaker kommen acht Stunden pro Woche in die Lehrwerkstätten und halten dort, direkt angelehnt an den Arbeits- und Lehrprozess, fachspezifischen Sprachunterricht ab. Die Pilotphase startet mit zwei Lehrwerkstätten, die Kosten belaufen sich auf rund 11.000 Euro.

Landtagswahl-Kandidat Hermann Lipitsch unterstrich die Bedeutung der Lehre und hier insbesondere die von Lehrwerkstätten, welche oft andere Ausbildungs-Module anbieten können als Unternehmen. Weiters sprach sich Lipitsch für einen Lehrlingsverbund im Alpen-Adria-Raum aus, in dem Lehrlinge neben der Weltsprache Englisch auch noch andere Sprachen und Kulturen kennenlernen könnten. „Ich bin auch dafür, die Lehrlingsentschädigung auf mindestens 700 Euro auf Kollektivvertragsbasis anzuheben. Nach der Einführung des Mindestlohns von 1.500 Euro ist das jetzt unser nächster wichtiger Auftrag, auch um den Stellenwert der Lehrlinge im Land zu heben“, schließt Lipitsch.

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