Frauenberger zu KH-Nord: Empfehlungen des Rechnungshofes sind in Bearbeitung

Wien (OTS) - Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger hält zum Rohbericht des Rechnungshofes zum Krankenhaus Nord fest, dass „von den insgesamt 55 Empfehlungen 23 aktuell für das Krankenhaus Nord umzusetzen sind. Diese sind bereits in Abarbeitung, einige davon bereits abgeschlossen. Die restlichen Empfehlungen beziehen sich auf künftige Bauprojekte.“

Die Stadträtin weiter: „Ich stehe mit meiner Politik für größtmögliche Transparenz und die Kritik des Rechnungshofes beziehungsweise seine Analyse sind daher wichtige Handlungsempfehlungen für zukünftige Krankenhausbauten. Klar ist, es gab Fehlentscheidungen, beginnend damit, dass im KAV nicht ausreichend eigene Kompetenz aufgebaut wurde und die Bauherren-Rolle nicht ausreichend wahrgenommen wurde“, so Frauenberger. „Man kann viel über diese Fehlentscheidung diskutieren, sicher ist aber, dass damals diese Entscheidungen mit bestem Wissen und Gewissen getroffen wurden; heute würde man hier sicher einen anderen Weg gehen.“

Für die Stadt ergeben sich daraus zwei Aufträge: Erstens - die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des KH-Nord hat oberste Priorität und muss reibungslos über die Bühne gehen. Zweitens für zukünftige Spitalsbauten braucht es gemäß den Empfehlungen des RH eine Steigerung der Bauherrenkompetenzen, was wiederum durch eine unabdingbare Anforderung an die neue Rechtsstruktur des KAV darstellt. „Die KAV-Führung hat, um diese beiden Aufgaben gut bewältigen zu können, daher mit dem Experten im Krankenhausbau, Herwig Wetzlinger, eine wichtige Verstärkung erhalten. Gemeinsam mit dem Lenkungsausschuss und der Projektleitung bin ich überzeugt, dass er die finale Phase des KH-Nord erfolgreich abschließen wird“, betonte Frauenberger.

„Was wir jetzt brauchen, ist eine für diese wichtige und finale Projektphase dementsprechend aufgestellte Organisation und gute Kooperationen“, erläuterte der neue Krankenhaus Haus Nord-Verantwortliche Wetzlinger. Daher wurde der Bauherr mit einem neuen Lenkungsausschuss verstärkt, in dem sich unter dem Vorsitz von Wetzlinger der gesamte KAV-Vorstand befindet sowie neben einer/einem VertreterIn der Personalvertretung auch der Technische Direktor des AKH, Siegfried Gierlinger. Auch vertreten sein werden im neuen Lenkungsausschuss der Ärztliche Direktor des Partnerspitals Donauspital, Lothar Mayerhofer sowie die zukünftigen Kollegialen Führung des Krankenhaus Nord, die noch im Februar 2018 bestellt wird.

Zur raschen Sicherung des Vollbetriebes nach Plan wird das Krankenhaus Nord-Team ab sofort auch in enge Kooperation mit dem AKH treten. Bei der klinischen Inbetriebnahme werden Ärztliche und Pflegedirektion unterstützend mitwirken. Im künftigen KAV-Simulationszentrum, das am Krankenhaus Nord-Gelände situiert sein wird und europaweit seinesgleichen sucht, werden dann in einem ersten Schritt gemeinsam mit der MedUni Wien sämtliche Schulung in Vorbereitung für den Betrieb des Krankenhaus Nordstattfinden.

Bereits greifende Maßnahmen der letzten Jahre

Die Ergebnisse des Rechnungshofberichtes beziehen sich zum überwiegenden Teil auf die Vergangenheit, teilweise auf Entscheidungen, die ganz zu Beginn des Projektes getroffen wurden, wie Grundstücksentscheidung, Ausschreibungen sowie die Entscheidung über die Projektstruktur. Diese Entscheidungen wurden zum damaligen Zeitpunkt nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, wenn man auch heute einen anderen Weg gehen würde. Fakt ist, dass es der derzeitigen Programmleitung und dem Vorstand gelungen ist, nach aufgetretenen Problemen das Projekt mittels zahlreicher Maßnahmen wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

So wurde bereits 2014 zum ersten Mal die Bauherrenrolle verstärkt. Um die Auffassungsunterschiede einzelner Projektbeteiligter zu klären und einen möglichen Baustopp zu verhindern – was aus KAV-Sicht die deutlich teurere Variante gewesen wäre – wurde im Frühjahr 2015 ein Clearingverfahren eingeleitet, das Ende 2015 zu einem positiven Ergebnis führte. Im April 2016 wurde schließlich die Projektsteuerung gewechselt. Zudem wurde ein Forderungsmanagement eingerichtet, um die Mehrkosten Verursachern zuordnen zu können und so sicherzustellen, dass der KAV sich, wo es möglich ist, schadlos halten wird. Das heißt, der KAV hat sämtliche zur Verfügung stehenden Maßnahmen in Bezug auf Projektstörungen sowie auf Fehl- und Schlechtleistung von Auftragnehmern, voll ausgeschöpft, das bestätigt auch der Rechnungshof.

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