Nationalrat – Hammerschmid kritisiert Rohrstaberl-Politik der Regierung im Bildungsbereich

Deutschklassen behindern Integration – Ganztagsschulen müssen flächendeckend ausgebaut werden

Wien (OTS/SK) - „Pflicht. Leistung. Disziplin. Konsequenzen. Separieren. Strafen – das sind die eigentlichen Überschriften im Kapitel Bildung des Regierungsprogramms“, sagte SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid heute, Mittwoch, in der Nationalratssitzung. „Ich erinnere an das Vorhaben der Wiedereinführung der Ziffernnoten für unsere Kleinsten. Ich erinnere an Aufnahmeverfahren für das Gymnasium, die Einführung von Deutschklassen, oder – ihr jüngster Streich – die Anhebung der Strafen für Schulschwänzer“, so Hammerschmid mit Blick auf die Pläne der schwarz-blauen Regierung. Diese Rohrstaberl-Politik würde allen Empfehlungen von Bildungswissenschaftlern entgegenlaufen. ****

Besonders an den geplanten Deutschklassen stößt sich Hammerschmid:
„Sprachkompetenzerwerb muss vor allem im Kindergarten stattfinden. Dort passiert das schnell und selbstverständlich. In den Schulen ist es wichtig, dass Kinder, neben den Deutschkursen, auch am Regelunterricht teilnehmen. Das ist für den Spracherwerb ebenso wichtig wie für die Integration.“ Die Regierung arbeite jetzt in die entgegengesetzte Richtung.

Auch bei der sozialen Durchmischung gibt es laut Hammerschmid Handlungsbedarf: „Vor zwei Tagen wurde eine Sonderauswertung der PISA-Studie veröffentlicht. Im Zeitraum 2006 bis 2015 hat sich der Anteil der Kinder in Österreich, die trotz ungünstiger sozioökonomischer Bedingungen gute Leistungen erbringen, verringert. Es wurden auch die entscheidenden Faktoren genannt, die die Chancengleichheit erhöhen.“ Darunter ein motivierendes, wertschätzendes Schulklima, gute soziale Durchmischung in einer gemeinsamen Schule sowie die Ganztagsschule. „Ich ersuche Sie, Ihren Vorsätzen treu zu bleiben und gemäß den modernen bildungswissenschaftlichen Grundsätzen die Ganztagsschule weiter ausbauen“, appellierte Hammerschmid an den Bildungsminister. Nur so könne garantiert werden, dass die Bildungskarriere eines Kindes nicht bereits mit der Geburt feststeht. (Schluss) mb/ew/mp

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