KORRIGIERTE NEUFASSUNG zu OTS0161 von heute: Volkshilfe fordert Abschiebestopp nach Afghanistan

Bericht zeigt: Stärke der Taliban heute deutlich höher als früher

Wien (OTS) - Laut BBC sind rund 70 Prozent Afghanistans vom radikalislamischen Taliban bedroht. Konkret wird über 14 Bezirke volle Kontrolle ausgeübt, in weiteren 263 Bezirken wird über eine aktive Präsenz und Angriffe berichtet. Das bedeutet, dass rund die Hälfte der Bevölkerung, in Zahlen 15 Millionen AfghanInnen in akuter Gefahr leben. 

Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich sagt dazu: „Österreich muss dazu Stellung beziehen und darf nicht weiterhin bestens integrierte Menschen aus ihren Gemeinschaften herausreißen und an einen der gefährlichsten Orte der Welt bringen.“ Abgesehen von den alarmierenden Zahlen seien die brutalen Angriffe der letzten Tage Grund genug für einen Abschiebestopp nach Afghanistan, so der Direktor. „Es darf nicht sein, dass weltweit Regierungen die Anschläge verurteilen und Österreich weiterhin Menschen in genau dieses Land abschiebt.“

Integration darf nicht wertlos sein!

Fenninger bezieht sich auch auf die Abschiebung der tschetschenischen Familie Tikaev. Verschiedene namhafte Persönlichkeiten hatten sich eingesetzt, um den gut integrierten Eltern und den vier Kindern einen Verbleib in Österreich zu ermöglichen. Leider ergebnislos, denn die Familie wurde letzte Woche nach Russland abgeschoben. Für Fenninger ist es schlicht unbegreiflich, dass Integration scheinbar die einzige Leistung ist, die Österreich nichts wert ist. 

Die Aufforderung des Direktors an die neue Bundesregierung ist klar: „Lassen Sie nicht zu, dass Menschen gewissenlos akuter Gefahr ausgesetzt werden. Ignorieren Sie Krieg, Terror, Bomben und Verfolgung nicht, sondern nehmen Sie die Situation zum Anlass, Integration wertzuschätzen, anstatt sie wertlos erscheinen zu lassen.“

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